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The train & one night in Tivim |
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Geschrieben von Alex
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Dienstag, 8. November 2005 |
 Zugfahrt Mein Wecker musste gar nicht klingeln. Um kurz vor fuenf wurde ich von allein wach. Bin dann eine Etage tiefer zu Susan und habe auch sie geweckt. Duschen und Restsachen einpacken, das Schliessfach ausraeumen und dann standen wir um kurz vor sechs auch schon unten an der Rezeption und fragten, ob denn schon die Busse zur VT-Station fahren wuerden. Nein, noch keine Busse, aber er koenne uns doch ein Taxi fuer 50 Rupies holen. Haha, ein bisschen sehen wir ja nun auch schon mit den indischen Gepflogenheiten durch und glauben nicht mehr alles. Besonders nicht den Taxifahrern und ihren Mittlern. Raus aus dem Hostel, anstuermende Fahrer abgewiesen und mit dem Gepaeck in Richtung Causeway marschiert. Und siehe da, ein Bus kreuzte schon. Noch weitere 300 Meter und wir waren an der Haltestelle. Noch mal drei Minuten und unser Bus kam. Abgesehen davon, dass wir gestern fuer die gleiche Strecke zusammen 3 Rupies (heute 8, aber wir hatten ja auch grosses Gepaeck) gezahlt hatten, lief alles gut und schnell und so hatten wir noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt um 06:55. Im Bahnhof waren schon wieder Massen versammelt. Besonders lustig sah es vor dem Office der Armee (Bahnpolizei, weiss ich was, sieht alles nach Militaer aus). Da lagen bestimmt 20 Uniformierte auf der Erde und schliefen (ist ja ueblich), neben sich ihre Flinten (ja, Flinten, wir haben hier schon so viele, teils richtig historisch anmutende Waffen gesehen. Haetten gern ein Foto gemacht, haben uns aber doch nicht getraut, man kann ja nie wissen. Platform 15, da stand der Zug. Haben ziemlich am Beginn des Bahnsteigs einem Zugbegleiter unser Ticket gezeigt und gefragt, wo denn unser Abteil waere. Der guckte sich die Karte an und zeigte auf den Zug gegenueber. Haeh? Der war definitiv falsch. Nichts glauben, einfach weiter gehen. Und ca. 100 Meter weiter fanden wir dann auch unsere Namen auf einem Ausdruck an den Waggon geklebt. In unserem Abteil sassen: Der gut Englisch sprechende Franzose, der gestern schon in der Ticketschlange vor uns stand, zwei Italienerinnen, die unterwegs einen Schnellkurs Englisch lasen und uns immer baten, langsamer zu sprechen, und ein Englaender mit seiner indischen Frau auf Familienbesuch. 701 km Zugfahrt, die Landschaft dazwischen war mal huegelig und mal flach, insgesamt haben wir aber nicht sooo viel gesehen. Haben auch eine Weile geschlafen. Bei einem Stopp stand ich an der offenen Tuer, als ein kleines Maedchen mich mit "Uncle!" ansprach und zur Seite schob. Sie feuerte erstmal ihren Alu-Teller nach draussen. Das wird hier meist so gehandhabt. Wir schleppen staendig Muell in unseren Hosentaschen mit, da es kaum Muelleimer gibt. Ueblicherweise schmeisst man das Zeug an den Strassenrand. Alles: Papier, Wasserflaschen, Essenreste. Damit kommen wir aber noch nicht ganz klar :-) Tivim hiess unser Ziel, mit ein wenig Verspaetung kamen wir dort um kurz nach sechs an. Ein Haufen Autorikschas, die hier ueblichen Motorrad-Taxis und Minibusse hatten sich um den Bahnhof versammelt und warteten auf die Ankommenden. Der Franzose und die Italienerinnen wollten mit dem Bus weiter ans Meer, wir wollten ueber Nacht in Tivim bleiben. Am Stand fuer Prepaid-Taxis hiess es natuerlich: "No buses, no accomodation." Naja, Taxifahrer, siehe oben. 200 Meter weiter lief die Hauptstrasse durch den Ort (eher ein Dorf), dort fuhren kleine komische Busse (bei Bussen muss man immer aufpassen, die halten wirklich nur kurz und fahren immer schon los, waehrend die letzten Gaeste noch am Einsteigen sind). Und ein Guesthouse gab es auch. Wir verabschiedeten uns von unseren Mitreisenden und gingen dort hin. Der Inhaber zeigte uns die Zimmer. Ein bisschen schmutzig und mit ziemlich grossen Blutflecken an der Wand, da wurden wohl schon einige Schlachten gegen Moskitos geschlagen. Susan handelte ihn ganz locker von 250 auf 200 Rupies runter, ein Moskito-Coil war dann auch noch mit drin. So also unsere billigste Unterkunft bisher - das steigerte unsere Laune natuerlich noch weiter :-) Viel mehr war allerdings dann wirklich nicht los in Tivim. Es gab eine Mini-Library, eine kleine Kirche, die normalen Verkaufsstaende und ein kleines chinesisches Restaurant, in dem der Kellner-Walla uns erstmal die Karte brachte, um dann auf unsere Wuensche hin zu erklaeren, diese Speisen waeren gerade nicht verfuegbar. Haette er uns doch auch gleich die 3 angebotenen Sachen aufzaehlen koennen. Nach einem Wein fuer Susan und einem Bier fuer mich sind wir dann so kurz nach Mitternacht ins Bett gegangen. Check out time 10:00, wir wollten ja noch weiter.
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