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Schnecke im freien Fall |
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Geschrieben von Alex
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Sonntag, 25. Juni 2006 |
 Skytower ohne ...  ... und mit Sprungschnecke Was macht man mit dem verdienten Geld? Richtig, Ausgeben :-) Heute habe ich gleich mal eine groessere Summe ausgegeben. Fuer den Skyjump, 192 Meter freier Fall vom Skytower hier in Auckland. Bungeejumping wurde wohl in Neuseeland erfunden. Gibt es auch an jeder Ecke. Und sie denken sich staendig etwas neues aus, um den Touristen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Der Skyjump ist kein Bungeejump, dafuer aber der hoechste Sprung in ganz Neuseeland. Und mit schoener Aussicht. Eigentlich hatte ich die Sache erst fuer kurz vor unserer Abreise geplant. Aber dieses Wochenende war so schoenes Wetter, das wollten wir dann nutzen.
Kosten: 195 NZ$ (95 Euro). Allerdings sollte man in Auckland kein Geld ausgeben,
ohne nicht vorher nach einem Coupon oder irgendeiner Form von
Ermaessigung gesucht zu haben. Das funktioniert fast ueberall. Mit
Mietwagen. Im Kino. Montags oder Mittwochs kommt man mit einem
Gutschein auf der Rueckseite des Foodtown-Kassenbons fuer die Haelfte
ins Kino. (Ja, auch wir haben schon den DaVinci Code gesehen. Und
"Candy" auch Australien auch noch.) Selbst im Foodtown-Supermarkt holt
man sich die OneCard am Customer Service und spart damit beim
Einkaufen. Beim Skyjump kann man 50 NZ$ sparen. 145 (70 Euro) also.
Also habe ich heute Mittag 0800-SKYJUMP in das Telefon getippt und fuer
16:00 einen Sprung gebucht. Um halb vier verliessen wir die
Schneckenhoehle, den neuen Elektroschneckenroller natuerlich dabei.
Noch keine Anzeichen von Aufregung. Ziel schon im Visier, den Skytower
sieht man fast aus jeder Ecke Auslands.
Ankunft am Turm. Ganz schoen hoch. Aber immer noch nicht nervoes.
Einsteigen in das komische Superman-Kostuem und das Geschirr fuer die
Sicherung und das Seil. Dann ging es zum Fahrstuhl. Susan bleibt unten
und macht Fotos von der Sprungschnecke. Mit mir fuhr noch Daniel aus
Taiwan hoch, er wird auch Springen. Druck auf den Ohren. Ohje, wird ja
wohl nicht beim Sprung auch so sein mit den Ohren. Dann faehrt der
Fahrstuhl an Fenstern vorbei und ploetlich merke ich erstmal, wie hoch
es doch eigentlich geht. Oben laufen wir durch das Restaurant und
finden die Plattform. Also davor erstmal noch den Kontrollraum mit dem
Seil und der Winde und den beiden Leuten, die mich einklinken und die
Sicherungsausruestung ordentlich festziehen. Das machen sie beide
nacheinander, falls einer mal was vergisst. Netter Zug.
 Ganz schoen aengstlich Dann geht es
raus auf die Plattform. Bisschen wie ein Bootsteg. Im Moment mit einem
Sicherungsseil am Boden eingeklingt. Ein Foto wird gemacht. Mist, ich
stehe bestimmt ganz schoen aengstlich da. (Ist auch so, kann man
nebenan sehen.) Schoene Aussicht, aber doch ganz schoen hoch. Uhje. Da
soll ich runter? Eigentlich will ich ja nun schon gar nicht an die
Kante gehen. Muss ich aber, denn dort baumelt das Seil im Wind. Ich
gucke mir ein bisschen die Gegend an, waehrend der eine Angestellte
(auch gesichert) sich weit ueber den Abgrund beugt und das Seil
ranholt. Ohje, lange wird es nicht mehr dauern. Er erzaehlt mir, ich
solle mich einfach nach vorn fallen lassen. Wenn ich will kann ich aber
auch springen. Und bei der Ankunft die Knie anwinkeln. An die Ankunft
denke ich jetzt noch gar nicht, erstmal an die Kante. Das Seil ist nun
an mir, die Sicherung weg und ich stehe am Abgrund, beide Haende an den
vertikalen Stangen. Zum Glueck zaehlt er mich ein, per Funk nach unten
an die Basisplattform, wo eigentlich Susan stehen muesste. Macht sie
auch. Habe aber noch gar nicht richtig runtergeguckt. Ist so tief.
"Alex is coming down in three, two, one ..." Sonst haette ich da
bestimmt noch eine Weile gestanden und ueberlegt. So aber lasse ich
mich auf "Go" fallen. Und werde gleich wieder gebremst. Hae?
 Fotopause
Da stuerzt man sich schon in den Abgrund und auf einmal ist wieder
Ruhe. Aha, ein Foto soll noch gemacht werden. Und dann geht es los. Ab
nach unten. Ganz schoen schnell, mit ca. 75 km/h. Die Zeit rast, ich
komme ja kaum dazu, mich umzusehen. Die Plattform unten wird immer
groesser. Achja, Knie anwinkeln. Landung. Geschafft. Hat Spass gemacht.
Aber ging so schnell. Wahrscheinlich die schnellsten 16 Sekunden der
Reise. Ich sitze neben Susan auf der Bank und sehe zu, wie Daniel die
gleiche Runde dreht. Seine Fallzeit erscheint mir irgendwie laenger.
Aber bestimmt kommt sie ihm genauso schnell vor. Er landet und die
australische Angestellte macht ihn vom Seil los.
Und dann fragt sie uns, ob wir noch einmal springen wollen. "For free,
right now?" Oh. Ja. Klar. Fuer umsonst. Ist wohl nicht so viel los
heute, und so sehen die Passanten wenigstens ein bisschen Action am
Turm.
Also wieder hoch. Und komischerweise ist das Gefuehl auf der Plattform
doch wieder ein bisschen komisch. Aber der Sprung laeuft ohne
Fotopause. Und ich denke auch mal daran, waehrend des Fallens woanders
hin zu gucken als zur Bodenplattform. Und Susan schafft unten noch ein
paar Fotos mit den natuerlich ausgerechnet jetzt kollabierenden
Batterien der Kamera.
 Observation Deck
Wieder rein in den Turm, raus aus dem Geschirr und dem Anzug. Ich kaufe
die Fotos von oben fuer 25 NZ$, immerhin habe ich ja beim Sprung selbst
gespart und noch einen umsonst bekommen. Und als Belohnung gibt es noch
eine Freikarte fuer das Observation Deck fuer Susan und mich. Haette
sonst auch 30 gekostet. Schoen. Wir kommen genau zur richtigen Zeit,
sehen Auckland bei Licht und den Sonnenuntergang und fahren wieder nach
unten, als in der Stadt die Lichter angehen.
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Fotobuch |
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