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Geschrieben von Alex   
Sonntag, 7. Mai 2006
Warten auf den Flug
Warten auf den Flug
In der Luft
In der Luft
5:30 Weckerklingeln. Nach so wenig Schlaf, denn wir hatten die halbe Nacht auf dem Hostelflur mit dem Ordnen unseres Gepaecks verbracht (und mal wieder ordentlich Ballast aussortiert). Den Abend zuvor waren wir noch auf ein Australien-Abschiedsbier in eine Kneipe in Newtown gegangen. Und hatten einer Schottin eine SIM-Karte fuer Neuseeland abgekauft. Nun war das Geld auch bald alle, ein bisschen war noch fuer die Taxifahrt zum Flughafen und ein paar Kleinigkeiten uebrig. Wir setzten unser letztes Geld zur Hungerbekaempfung ein und beobachteten einen Trupp Inder, die aus ihrem Flugzeug stiegen und sich albern benahmen. Susan holte sich 70 A$ Mehrwertsteuerrueckerstattung und dann fanden wir uns auch schon am Gate 22 ein, wo unsere heutige Boeing 767 schon auf uns wartete.
Erste Landsichtung
Erste Landsichtung
Seltsam schoene Inseln
Seltsam schoene Inseln
Bald ging es an Bord, wir sassen mal wieder im hinteren Teil, Reihe 50. Die Bestuhlung war dort 2-3-2, so dass wir die Fensterreihe fuer uns allein hatten. Dann rollten wir los und rollten und rollten. Ich war mir schon nicht mehr ganz sicher, ob es nicht vielleicht doch einen Landweg nach Neuseeland geben wuerde (den nur die Insider hier unten kennen). Jedenfalls verfolgte uns eine Maschine der Air New Zealand, wie man in einer der zahlreichen Kurven, die wir auf dem Rollfeld drehten, erkennen konnte. Wir kreuzten schnell noch eine Autobahn und fuhren am Wasser entlang, dann endlich hatten wir eine wirkliche Startposition erreicht. Und wie immer wenn man es am wenigsten gebrauchen kann gingen im Moment des Abhebens die Akkus der Kamera zu Ende. Dabei wurde doch vorher noch angesagt, dass heute auf der linken Seite ein beautiful view zu bewundern waere. Wir sassen links, also lieber doch schnell wechseln. Natuerlich kam in diesem Augenblick auch schon die City mit Oper und Bruecke ins Sichtfeld. Endlich waren die Akkus drin und fuer ein paar schnelle Bilder hat es dann doch noch gereicht. Auch noch fuer einen erneuten Blick auf Bondi Beach, den wir ja aus Zeitmangel nun gar nicht mehr erreicht hatten. Na zumindest waren wir an der Bondi Junction gewesen, der Umsteigestation zwischen Bus und Bahn.
Ueber die Autobahn
Ueber die Autobahn
gegen das System
gegen das System
Wie immer kam Susan in den Genuss, ihr veganes Essen vor allen anderen von der Flugbegleiterin gebracht zu bekommen und sogar mit "Susan" angesprochen zu werden. Nur zwei Passagiere dieser Art waren diesmal an Bord. Fuer mich gab es etwas spaeter Huehnchen mit hoisin sauce (irgendetwas chinesisches) und leckere Cracker mit Kaesescheibchen. Alkohol ist nun teurer als in Asien, also liessen wir Qantas diesmal grosszuegig ihren billigen Saft (es gab nicht einmal Tomatensaft) und gingen lieber direkt an die Reduzierung der Alkoholvorraete, obwohl es ja noch nicht einmal 11 Uhr war. Also gab es Bier und Wein, auch als Ausgleich fuer das enttaeuschende Unterhaltungsprogramm (gut, es lief ein Film, der noch nicht in den Kinos ist, aber dafuer gab es nur zwei Monitore in der Kabine und von meiner Position musste ich mir den Hals verrenken, um etwas zu sehen). Vielleicht waren wir ja durch das digitale Programm der letzten 747 zu verwoehnt, aber da konnte ich ja selbst in den Greyhound-Bussen besser gucken.
Wolken ab und zu
Wolken ab und zu
Dann passierte erstmal eine ganze Weile nicht so viel, Susan guckte den Film, ich nicht, da der Monitor eben zu anstrengend platziert war. Draussen gab es ab und zu mal ganz huebsche Kombinationen aus Wolken und ihrem Schattenwurf auf dem Wasser, ansonsten nur Wolken oder nur Wasser. Bis um 14:07 (wir hatten ja wieder zwei Stunden Zeitverschiebung eingeflogen, sind jetzt 10 Stunden vor Deutschland), da sichteten wir die neuseelaendische Kueste. Sah schoen aus, eine lange Steilkueste und ganz viel gruene Landschaft. Dann begann auch gleich  Auckland, mit den ganzen flachen Haeusern nimmt die Stadt eine riesige Flaeche ein (bei einer Million Einwohner ist nahezu jeder 4. Neuseelaender ein Aucklaender). Wir flogen einmal ueber die Stadt und begegneten einer Insel, die wir erstmal als unsere Lieblingsinsel einstuften, bevor wir eine schickere zu sehen bekommen. Der Untergrund war so unglaublich gruen und so lustig huegelig geformt, fast wie in den Computerspielen, in denen man kleine wuselige Maennchen ueber so einen Untergrund laufen lassen muss.
Um 14:22 beruehrten wir den Boden, 2216 geflogene Kilometer und 17 Grad standen auf dem Monitor. Brrr, es wird immer kaelter. Die Einwanderungsbehoerde liess uns passieren, obwohl wir unsere Visa nicht ausgedruckt hatten. Immer das Kleingedruckte, dabei haben die doch alle Computer rumzustehen, in denen unsere Visa gespeichert sind. Dafuer hatten wir aber unser Bankguthaben ausgedruckt, normalerweise interessieren sie sich dafuer, diesmal allerdings nicht. Aber wieder einmal dafuer, ob wir Fleisch oder Fruechte oder andere Lebensmittel, Campingausruestung oder sogar dreckige Wanderschuhe im Gepaeck haben. Die Inselbewohner machen sich grosse Sorgen um ihre Flora und Fauna, da (meistens Australier) oefter mal Tierchen einschleppen, die in Waldbestaenden und sonstigen Einrichtungsgegenstaenden der beiden Inseln hier grosses Interesse zeigen.
Mit dem Shuttlebus ging es in die Stadt, der Fahrer kam vor 12 Jahren aus Jugoslawien und erzaehlte uns noch ein paar Dinge ueber die Stadt, dann liefen wir auch schon durch die City und standen vor dem Hostel - die naechste Dreieinhalbmonatsetappe der Reise hatte begonnen.
 
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