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Geschrieben von Susan   
Mittwoch, 5. Juli 2006
House ahead
House ahead
Was hier so alles komisch ist. Gestern abend sass ich gerade friedlich am Computer und dachte, jetzt passiert bestimmt nichts Spannendes mehr, als draussen ein Haus vorbeifuhr. Ein fahrendes Haus direkt vor meinem Fenster! Und da fuhr nicht etwa nur ein kleines Gartenhaeuschen im Anhaenger mit, sondern ein ganz Stattliches, genauso breit wie die Strasse und mindestens doppelt so lang. Eine ganz neue Generation Wohnmobil, da kommen wir mit unserem ehemaligen Teilzeitbett-Kombi nicht gegen an. Eigentlich ja auch eine gute Idee, gleich mit dem ganzen Haus umzuziehen, da spart man sich das Kisten packen. Einfach Raeder unters Haus bauen, auf Dunkelheit warten und schon kann's losgehen. Und wenn man am naechsten Morgen aus der Haustuer tritt, ist man alle doofen Nachbarn los und hat vielleicht sogar noch einen groesseren Garten! Auf die Idee haetten wir ja eigentlich auch schonmal kommen koennen, warum andauernd den Rucksack aus- und einraeumen, wenn man gleich das ganze Zimmer mit auf die Reise nehmen kann? Jetzt allerdings hatte das Haus ein kleines Problem- ein langweiliges geparktes Auto versperrte dem neuen King of the Road den Weg. Also musste eine Weile angehalten werden und ein Mann kletterte (zur besseren Aussicht?) an einer Leiter aufs Hausdach. Dann wurde eine Seite hochgepumpt, so dass das Haus knapp ueber das ahnungslos geparkte Auto hinwegwanken konnte. Nachdem es die Baumkrone auf der anderen Strassenseite einfach ignoriert hatte, konnte meine neue Lieblingserfindung das fahrende Haus endlich ungehindert weiterfahren. Von der Seite konnte man sein eingestuerztes Dach sehen, wahrscheinlich war es auf einem frueheren Ausflug mit einem anderen Haus kollidiert und doch nicht auf dem Weg in einen neuen Garten sondern zum Haeuserhospital. Inzwischen hatten sich auch noch ein paar weitere Zuschauer eingefunden und gemeinsam sahen wir das Haus in der Ferne verschwinden, gefolgt von einem blinkenden Laster mit der Aufschrift "House ahead".  

Das war mit Abstand meine Lieblings-Neuseeland-Merkwuerdigkeit, die haben hier schon eine ganze riesige Kirche auf die andere Strassenseite umgesetzt. Bestimmt nur um zu zeigen, dass sie es koennen. Und bestimmt waren die Umsetzer alles Maoris, die Riesenmenschen, die bei sieben Grad C am Liebsten barfuss rumlaufen. 

 

 
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