|
Tiger Hill |
|
|
Geschrieben von Alex
|
|
Donnerstag, 9. März 2006 |
 Magere Ausbeute: Kanchenjunga Um 3:45 vibrierte das Handy. Aufstehen zum Himalayagucken. Sofort schlief ich wieder ein und traeumte, ich haette verschlafen und muesse nun eh nicht mehr aus meinem warmen Bett raus. Muss wohl eine Schutzreaktion des Koerpers gewesen sein. Zum Glueck klingelte das Handy 4 Minuten spaeter erneut, diesmal auf Lautstaerke 4 von 7. So wurde ich aus meinem Traum gerissen und war nun in der Realitaet mit der Frage des Aufstehens konfrontiert. Sechs Minuten brauchte ich noch, um mich positiv zu entscheiden. Schnell in die Sachen. Licht ging natuerlich immer noch nicht, also Kerze an und ins Bad. Zaehneputzen mit eiskaltem Wasser. Den Rucksack mit den Kameras gegriffen und raus auf die Strasse.
 Gucken Es war verdammt dunkel. Ohne Taschenlampe haette ich den steilen Weg
runter zum Clocktower gar nicht gefunden. Na zum Glueck standen dort
wirklich Jeeps und ein paar Leute liefen auch umher. Die Fahrer
schachern hier ihre Kunden hin und her, um moeglichst voll besetzt die
Tour zu fahren. Weiss gar nicht, wie das laeuft, bestimmt gibt es ein
Kopfgeld pro uebergebenem Passagier. Nach ein paar Umsetzeaktionen fand
ich mich also in einem vollbesetzten Jeep wieder und ein anscheinend
direkter Nachfahre Dschingis Khans mit wehendem Zopf und dicker
Daunenjacke fuhr mit uns hoch zum Aussichtspunkt.
Der Station liegt bei 2.585 Metern (Darjeeling ca. 2.200), es waren
schon eine Menge Leute da und der Wind pfiff hier oben eiskalt um die
Ecke. Ich versuchte, gleichzeitig meine Decke irgendwie um mich zu
wickeln und mein Stativ aufzubauen. Das Stativ hat sich leider nicht
wirklich gelohnt, denn es gab nicht viel zu fotografieren. Tiger Hill
selbst lag in den Wolken und am Horizont zeigte sich nur ab und zu mal
ein roter Streifen, der einen Eindruck der aufgehenden Sonne
vermittelte. Die Inder nahmen es gelassen und waren damit beschaeftigt,
sich selbst vor dem Pavillon abzulichten und den fliegenden Haendlern
Kaffee, Muetzen und Panoramapostkarten abzukaufen.
 Der Pavillon
Es wurde hell und immer mehr Dunst draengte sich aus den Taelern und
versperrte die Sicht. Hm, heute wuerde es wohl keine schoenen Bilder
mehr geben. Vielleicht ja noch kurz vor Sonnenuntergang. Also zurueck
zum Jeep, den ich nach einer kurzen Suche in der riesigen Menge
geparkter Fahrzeuge auch fand. Auf der Ruecktour besuchten wir noch ein
buddhistisches Kloster (was haben die Moenche nur fuer Fuesse, mir war
schon mit dicken Socken unangenehm kalt auf dem Steinboden) und einen
Aussichtspunkt auf Darjeeling. Der gehoert wohl zur festen Route und
diente wohl eher dazu, dem Fahrer den gewohnten morgendlichen Klatsch
und Tratsch mit seinen Bekannten am Chai-Shop dort zu ermoeglichen,
denn zu sehen gab es "absolutely nothing", wie eine hungrige
Englaenderin aus unserem Jeep aergerlich bemerkte.
Meine Enttaeuschung ueber die Sichtverhaeltnisse wurde erst dann ein
bisschen gemildert, als ich in der Schlange am Ticket Counter des Toy
Train einen aelteren Deutschen traf. Er war mit seinen beiden Freunden
gerade fuer ein paar Tage in Nepal gewesen und hatte auch nur ab und zu
mal ein paar Gipfel gesehen, keinesfalls das herrliche Panorama, das
hier in den Fotolaeden aushaengt und mit dem ich ganz fest gerechnet
hatte.
Na wenigstens gab es um kurz nach 12 wieder Strom und damit die Moeglichkeit einer warmen Dusche.
|
|