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Tag 8 - schon wieder ein doofer Tag Drucken
Geschrieben von Susan   
Freitag, 17. Februar 2006
Mitvipassanerinnen am letzten Tag
Mitvipassanerinnen am letzten Tag
Der achte Tag begann weniger gut- waehrend ich im Bad war, weniger fruehzeitig als am Tag zuvor, wurde ich in meinem Zimmer eingesperrt. Irgend Jemand (ich habe die Assistenzlehrerin im Verdacht) hat von aussen den Riegel zu meiner Tuer zu geschoben. Heute etwa keine Morgenmeditaion fuer mich? Gerade als ich mich mit dem Gedanken angefreundet hab (ging schnell), dann halt wieder ins Bett zu gehen, kam meine Rettung und gerade so hab ich's doch noch halbwegs puenktlich geschafft.

Meditieren, Fruehstueck, Pause und zur naechsten Gruppenmeditation war ich schon wieder knapp dran. Also schnell aus dem Zimmer gehetzt und es kam wie schon laengst ueberfaellig- ich hab mir den Zeh am Betonhuckel direkt vor meiner Tuer aufgerissen. Tolles Barfusslaufen. Das hab ich mir angewoehnt, nachdem ich im Speiseraum einmal (aber freundlich) ermahnt wurde, weil ich vergessen hatte, die Schuhe davor auszusiehen.

Mein armer Zeh hat gleich ganz doll losgeblutet, obwohl ich doch so schon spaet war. Und hat auch gleich das schnell umgewickelte Pflaster voll geblutet, so dass mir von dem Anblick fast noch schlecht wurde. Um zu zeigen, dass meine Verspaetung keine einfache Verspaetung, sondern ein heldenhaftes Erscheinen trotz schwerer Verletzung ist, bin ich dann besonders stark auf meinen Platz gehumpelt. Jetzt musste ich es nur noch schaffen, mich nicht mehr auf den schmerzenden Zeh zu konzentrieren. Hat eine Weile gedauert, doch irgendwann ist es mir aufgefallen- der Zeh ist eine Pruefung! Und nach dieser Erkenntnis hab ich ihn dann auch bald abgeschaltet. Zeh besiegt! Und abends war er dann auch auf wundersame Weise schon fast wieder verheilt.

Trotzdem liess meine gute Laune und Energie nach dem Mittag drastisch nach. Irgendwann war ich so muede, dass ich immer wieder halb eingeschlafen bin, und das waehrend der edlen Gruppenmeditation in Anwesenheit der Lehrer! Einer der grossen Vipassanafeinde hat mich besiegt- Muedigkeit als Selbstverteidigung des alten Geistes. Danach durfte ich mich ausnahmsweise hinlegen - mit der Spezialaufgabe, mich auf die Haende zu konzentrieren. Da und an den Fuessen verlassen die Sankarras den Koerper am Liebsten. Natuerlich bin ich gleich eingeschlafen.

Der Tag war noch schlimmer gewesen als der sechste, nachdem ich inzwischen doch schon so euphorisch gewesen war und an diesem Tag konnte mich nichtmal das Abendvideo positiver stimmen.

 
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