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Snake County Drucken
Geschrieben von Alex   
Sonntag, 19. Februar 2006

Schlangenhaut
Schlangenhaut
Wir leben im Schlangenland. Vor zwei Tagen hatte Susan am Wegesrand schon eine Schlangenhaut gefunden. Gestern Abend kam eine Deutsche ins Youth Camp, die eigentlich in der Auromodelle-Siedlung lebt. Aber sie hatte tagsueber eine Schlange in ihrem Bad gefunden und zog es vor, eine Nacht hier zu schlafen um dann zu sehen, ob sie inzwischen wieder ausgezogen waere. Also drehte sich heute das Fruehstuecksgespraech um Schlangen. Samrat, der Chef des Youth Camps hier, hatte mal eine Schlange vor dem Fernsehraum gefunden und einen Freund angerufen, ob er sie fuer sein Terrarium gebrauchen koennte. Ja, konnte er. Samrat fing sie, schleppte sie in den TV-Raum und zeigte sie rum. Er hielt sie am Schwanz und sie versuchte staendig, ihn zu beissen. Gefaehrliche Sache, denn als der Freund zum Abholen kam, stellte sich heraus, dass es sich um eine sehr giftige Krait handelte und nicht um die laut Telefonbeschreibung harmlose Schlange.

Samrat meinte auch, dass sich oefter Schlangen in den Badraeumen einfinden wuerden. Ueh. Und dann erzaehlten alle von ihren Begegnungen, von Stoecken, die auf der Strasse lagen und sich ploetzlich bewegten und ueber die sie dann doch noch mit dem Scooter rueberfuhren. Von den Hunden, die nachts manchmal anfangen zu bellen und dann im Rudel um eine aufgerichtete Kobra stehen. Hunde sind in dieser Beziehung wohl ziemlich trottelig und lassen sich schnell beissen. Katzen sollen da schlauer sein.

Und das konnte ich dann abends gleich beobachten. Ich wollte gerade in das Badgebaeude und sah eine Katze am Wegesrand. Tief geduckt auf der Lauer. Kurz vorher hatte es einen Stromausfall gegeben und ich hatte die Taschenlampe mit. Ich leuchtete zur Katze und sah, was sie erspaeht hatte. Eine Schlange, nicht gross, eher klein, also vielleicht 50 cm lang, zusammengerollt und braun. Sah ganz schoen nach der Sandrasselotter neulich im Krokopark aus. Die Katze schlug mit der Pfote nach ihr, die Schlange schnellte ab und zu vor und versuchte, die Katze zu beissen. Aber die wich aus. Ich guckte, ob eventuell noch ein schlangenkundiger Mensch vor dem TV-Raum sass. Da war ein Englaender, nicht schlangenkundig, dafuer aber mit einer etwas staerkeren Lampe. Mit etwas Sicherheitsabstand beobachteten wir den Kampf, der noch 3 Minuten dauerte. Und die Katze gewann. Vielleicht war die Schlange muede, jedenfalls konnte die Katze sie nach unzaehligen Hieben mit der Pfote letztendlich dann doch beissen, behielt sie im Maul und verschwand mit ihr durch das Tor auf den Basketballplatz. Na ein Glueck, nun war der Weg zum Bad fuer mich frei. Seitdem gehe ich immer mit einem unguten Gefuehl zum Bad. Die Schlange war echt klein, ohne die Katze haette ich sie dort unten an der Erde gar nicht bemerkt. Und Samrat meinte, die Gefaehrlichkeit der Sandrasselotter liegt darin, dass sie im Gegensatz zu den anderen Schlangen in Indien nicht verschwindet, wenn ein Mensch sich naehert. Zu faul und angriffslustig das Biest.

 
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