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- wird fortgesetzt - Fortsetzung im uebernaechsten Artikel  Die Schwimmbad-Dunkelkammer Auf nach Mysore, in Bangalore haben wir uns lange genug aufgehalten. Obwohl wir schon extra zwei Mal um einen Tag verlaengert haben, hab ich es nie zum Klamottenkauf geschafft. Ueberall, also wirklich an jeder Ecke standen lockende, hypermoderne Einkaufszentren und riefen mir zu, aber immer musste vorher noch irgendwas Anderes erledigt werden. Wir waren schon ganz schoen aktiv und hatten jeden Tag viel vor. Leider hat uns aber in Bangalore das boese Langschlafvirus ergriffen. Es nahm besonders erschreckende Ausma¤e an, nachdem wir nach drei Tagen in ein gefaengniszellenartiges Zimmer umgezogen sind. Dass es gar kein richtiges Fenster hatte, war mir bei der Besichtigung irgendwie entgangen. Wahrscheinlich weil all meine Aufmerksamkeit dem Fernseher entgegenkam, der sich stattdessen im Raum befand. Zusammen eine gefaehrliche Kombination. Nach einiger Zeit ohne Fernseher (na gut, eigentlich nur seit Bijapur - aber das war ja auch Weihnachten und zaehlt nicht richtig) wurden wir auf einmal mit gleich drei Sendern konfrontiert, die 24 Stunden lang Spielflme zeigen. Auch mitten in der Nacht. Einmal kam sogar Sex and the City! Natuerlich ist Fernsehen doof, noch dazu wenn man eine spannende Stadt vor der Tuer hat.. aber wenn man schonmal dafuer bezahlt hat.. Also haben wir bis spaet in die Nacht Filme geguckt. Und sind morgens in unserer Dunkelkammer nicht aufgewacht. Es gab zwar ein Fenster (aus dunkelgrauem Plastik - also keine tolle Lichtquelle) zum Flur raus, aber da es immer irgendwo ein paar interessierte Beobachter gibt, haben wir das ueber Nacht geschlossen. Was ausser Dunkelheit (bei Bedarf von einer der hier sehr beliebten Neonroehren in romantisches Licht getaucht) noch bedeutete, dass gegen Morgen der Sauerstoff langsam weniger wurde und man noch besser schlief. Und selbst nach dem Aufstehen war es nicht einfach, richtig wach zu werden, denn noch etwas war mir bei der Zimmerwahl entgangen- es gab keine Dusche. Also, es gab schon einen Duschkopf, aber auf die Moeglichkeit, dass der ausschliesslich zu Dekorationszwecken angebracht war und gar keinen Wasseranschluss hatte, darauf bin ich einfach nicht gekommen.
Lange Rede, kurzer Sinn- unsere Tage waren auch ein bisschen kuerzer als sonst. Die Naechte dafuer laenger, aber trotzdem hat alles spaetestens um 23 Uhr zu gemacht. Und die Laeden schon eine Stunde vorher. Ich weiss gar nicht, was wir gemacht haetten, wuerde hier alles wie in Deutschland spaetestens um Acht schliessen. Geschweige denn, wenn Sonntag alles geschlossen haette. Einiges haben wir in der Bangalorewoche aber doch geschafft. Auch wenn wir es weder zum ISCON (Hare Krishna) Tempel noch in meine Favoritenkneipe aus dem Reisefuehrer (mit "kuenstlerisch angehauchtem Publikum") geschafft haben, waren wir immerhin GoKart fahren, bei der Ausstellungseroeffnung eines deutschen Fotografen, in einem Spukhaus und bei einer ueberdimensionalen Shivafigur.
 GoKart Die GoKart-Bahn hat Alex auf seiner Suche nach der Laptop-Reperateur entdeckt. GoKart ist anscheinend nicht annaehernd so beliebt bei den Indern wie z.B. die Backstreet Boys (ebenfalls sehr sind in Haddaway und "Barbie Girl" von Aqua) und so war es ueberraschend leer. Trotz zwei kleinen Pausen, die er auf der Strecke eingelegt hat, hat Alex mich doch noch knapp ueberholen koennen, genauso wie ein rasanter indischer Papa. Hat aber trotzdem Spass gemacht. Auch wenn Alex mich zwischendurch optisch mit Angela Merkel gleich gesetzt hat.
 Ausstellung des Goetheinstituts Die Ausstellung war mehr oder weniger mein Verdienst, auch wenn wir erst einen Tag zu frueh da waren. Organisiert vom Goethe Institut in einer Kunsthochschule gab's "Neontigers", Fotografien von suedostasischen Metropolen im Licht der Abenddaemmerung und Scheinwerfer. Nicht schlecht, und da wir die Rede durchgehalten haben, gab's danach sogar noch was zu essen und Getraenke abzugreifen! Natuerlich keinen Wein, aber Tee und Kaffee. Es gab parallel noch eine Ausstellung mit deutschen Landschaften vom selben Fotografen, aber dahin haben wir's vor der Abreise nicht mehr geschafft.
Auch ins "Scare House" sind wir eher zufaellig geraten, eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Kino mit englischsprachigen Filmen. Natuerlich war es schon wieder ein bisschen spaet am Tag und so gab's nur noch Wedding Crashers, und der kam meiner Meinung nach im Flugzeug und wir beide haben ihn als doof beurteilt. Also nicht rein, aber in dem Einkaufszentrum, in dem wir uns schon wieder befanden gab's ausser den inzwischen schon geschlossenen Geschaeften und den hier beliebten Spielarkaden auch ein Geisterhaus. Das war ja eigentlich noch besser als langweiliges Kino, also ordentlich vor der Eingangstuer aufgestellt, hinter der lautes Kreischen zu hoeren war. Wir hatten vor Vorfreude ganz vergessen, uns darauf vorzubereiten, dass es gruselig werden koennte. Also standen wir in einem dunklen Raum, wurden von einer Tafel an der Wand informiert, dass wir in einem alten Haus mit spukenden Geistern sind und Keiner wollte vorgehen. Ich hab dann die mutige Aufgabe uebernommen, Alex vor ihn von hinten anfallenden Monstern zu beschuetzen. Letztendlich war es mal wieder so, dass zumindest ich mehr Angest vor dem hatte, was kommen koennte, als vor den wenigen sich automatisch bewegenden Puppen. Trotzdem haben wir uns nicht getraut, durch ein paar Loecher in der Wand zu gucken. Vielleicht haetten wir das machen sollen, oder nicht ganz so schnell ueberall durchrasen, denn nach fuenf Minuten war der Spass schon vorbei. Zum Schluss gab es aber doch noch ein angreifendes (menschliches) Monster, zum Glueck an ein Bett gefesselt, aber trotzdem samt Bett auf mich zu springend. Ich hab ja schon zugegeben, dass wir uns auch ein bisschen gegruselt haben, aber wie schon beim Zirkus haette ich die Inder fuer gruselmaessig besonders anspruchsvoll gehalten und daher hier den im Zirkus fehlenden Mensch mit zwei Koepfen erwartet. Denn auch auf der Stra¤e bin ich schon einige Male schreiend beaengstigenden Kretauren entflohen, die mit irrem Blick, aggressiven Gebrabbel und wahlweise gelben oder roten Augen auf mich zu kamen.  Shiva in gross Dem Riesenshiva sind wir auf dem Rueckweg vom Flughafen begegnet. Alex der Ortskenner hatte natuerlich schon vom Shivatempel gehoert und so sind wir dann an Staenden voller Goetterbilder, Musikkassetten und was der Durchschnittshindu sonst noch so zum Gluecklichsein braucht vorbei gegangen bis zum Kartenschalter. Schnell noch ein Ticket fuer die Schuhe gekauft, die dann im Schuhregal auf uns warten mussten und rein ins Getuemmel. Halbwegs unauffaellig konnten wir uns am Gebetsgang zu einem Riesenganesh vorbei schleichen und standen dann auch schon vor einem riesigen weissen Plastikshiva. Hinter ihm Plastikberge und auf dem Kopf eine echte Wasserfontaene! Dazu gab's sogar noch Livemusik, und das alles Open Air. Da kam richtige Adventure Park Stimmung auf.
Jetzt koennte man vielleicht langsam anfangen, sich zu wundern, was der Bericht mit Freitag, dem 13.ten zu tun hat. Ich bin nur nochmal kurz abgeschweift, es sollte eigentlich um die Fahrt nach Mysore gehen. Naja, eigentlich fing unser Pech schon morgens (ok, vormittags) an, denn urspruenglich hatten wir extra noch einen Extratag in Bangalore eingelegt, damit Alex' Laptop repariert werden kann. Aber wie schon am Freitag, war das Ersatzteil aus Singapur natuerlich immer noch nicht angekommen. Also muss Alex dann noch ein drittes Mal hierher fahren, in der Hoffung, dass das Teil ueberhaupt mal ankommt. Aber egal, dafuer konnten wir noch ein letztes Mal in unserem Lieblingscafe essen. Das, bei dem ich mich bei meinem ersten Besuch dadurch hervorgetan hab, dass mir ploetzlich schlecht wurde und ich meinen leckeren Shokomilchshake im Glas - etwas ganz Besonderes hier, eigentlich gibt's Messingbecher, doch wir als foreigners werden manchmal mit dieser und der Ehre eines Plastetellers besonders behandelt - fallen gelassen hab und gegen die Wand gekippt bin. Dann ging's mir schlagartig wieder gut, doch leider war es zu spaet und es hatte sich bereits eine Traube neugierig beobachtender (nicht helfender) Inder gebildet und die Putzfrau musste vorwurfsvoll um mich herum wischen. Also nahmen wir diesmal lieber einen Sitzplatz mit Bedienung anstatt des Self service. Nebenbei konnten wir noch aus dem Fenster eine Demo von Mitarbeitern von Toyota beobachten. Es bot sich der hoechst ungewoehnliche Anblick von ordentlich in zwei Reihen laufenden Indern. Dass die Inder Reihen ansonsten nicht so gut finden, merkt man jedes Mal am Fahrkartenschalter im Bahnhof. Ueber jedem der ueberfuellten Schalter steht die Aufforderung "Please Q" angemalt. Na gut, wir haben auch ein bisschen gebraucht, bis wir raus fanden, dass das please queue (ist das jetzt richtig geschrieben - bedeutet auf jeden Fall in ordentlicher Reihe anstellen) bedeuten soll. Jedenfalls wird dieses Schild natuerlich mal wieder vollkommen ignoriert, beziehungsweise ins Gegenteil umgewandelt. Die Inder sind wohl nicht so folgsam wie die Deutschen, sondern haben bessere Ideen. Also wird genau wie beim Buseinstieg eine Traube gebildet, bei der Jeder so weit wie moeglich nach vorne will und ordentlich gedraengelt wird. Ist man dann irgendwann tatsaechlich mal dran (nach mindestens fuenf Leuten, die sich von der Seite vorgedraengelt haben), kommt, kaum macht man eine Sprechpause, der Naechste von der Seite und faengt an zu reden. Fahrkarten kaufen ist also immer eine anstrengende Aufgabe, und ohne es zu wissen, hatten wir sie diesmal nicht zufrieden stellend bewaeltigt. |