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Geschrieben von Susan
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Samstag, 11. Februar 2006 |
 Rue Mahatma Gandhi Von den Indern liebevoll Pondy genannt, ist Pondy die Stadt der Croissants und Franzosen. Zum Meer hin gibt's ein franzoesisches Viertel mit Nachkommen frueherer franzoesischer Besetzer. Also werden wir von den Indern ausnahmsweise nicht mit "America!"-Rufen, sondern perfektem Franzoesisch begruesst. Ist aber auch ein bisschen komisch. Es gibt viele Baeckereien (da wohnen die Croissants), bisher eine wahre Raritaet auf unserer Reise, schicke Restaurants voller Europaeer und ordentlich parallel angeordnete und oft sogar beschriftete Strassen. Die ganzen Rues (das ist jetzt franzoesisch= Strassen, falls es Jemand nicht erkannt hat) sehen auch verhaeltnismaessig ordentlich aus, die Abwaesser werden mal nicht unter die Gehwege (der eigentliche Gehweg ist sowieso meistens eher ein Steh-Weg und wird von Staenden, ewig vor den Staenden rumstehenden, schwatzenden Maennern und Schlafenden besetzt) in zwei ordentlich angelegte Kanaele und zumindest den Stadtplan verschoenernde Kanaele geleitet.
Hier ist meine Beschreibung auch fast schon zu Ende, denn leider konnten wir uns bis jetzt etwas weniger als erwartet umsehen. Unpassenderweise war naemlich erst ich gestern an Alex' Geburtstag ein bisschen krank, und heute hat es die grosse Geburtstagsschnecke selbst erwischt. Ein Tausch basierend auf Gleichberechtigung, aber kein schoener Eintritt ins neue Lebensjahr (und -jahrzehnt, hihi). Doch wir waren schon bei einer Aerztin, die hauptsaechlich mit ihm geschimpft hat, dass er heute zu wenig gegessen und getrunken hat. Also keine Sorge, nichts Schlimmes. Gestern waren wir zur Feier des Tages auch noch schoen und edel im "Satsanga" essen. Speisekarte auf franzoesisch, der ortsansaessige franzoesische Seniorenclub und indische Kellner, die zumindest so getan haben, als waeren sie franzoesisch. Immer noch ein bisschen komisch. Und - quelle coincidence - nach einiger Zeit begann der Seniorenverein sogar, ein - natuerlich franzoesisches - Geburtstagslied anzustimmen. Anscheinend hatten gleich zwei der Damen Geburtstag und mussten sich eine Torte teilen, auf die der arme Alex nur gierige Blicke werfen konnte. Nein, das hat er natuerlich nicht gemacht. Wir haben uns lieber ueber unser eigenes Essen geaergert (ausser dass ich mich ja jetzt nicht mehr aergere). Mein edler griechischer Salat musste erstmal unter einem Riesenzwiebelberg ausgegraben werden und Alex' Tagliatelle aux Tomates et Champignons waren langweilige Spaghetti mit Sosse. Na war schon ok aber bei so 'nem Nobelrestaurant erwartet man natuerlich was besonders Tolles. Auf dem Nachhauseweg ist uns sogar noch aufgefallen, dass sie meinen gesunden Biokraeutertee unterschlagen haben (vielleicht besser so), wir ihn aber trotzdem bezahlt hatten. Demnaechst wollen wir dann den nahen Strand und Auroville unsicher machen. Strand ist Strand und Auroville sozusagen der Nachwuchs von Shri Aurobindo und "The Mother"- die Stadt des Morgens. Aber die gucken wir uns lieber erstmal selbst an, bevor ich dazu was aus dem Reisefuehrer abschreibe. Es muss ja spannend bleiben... |