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 Der suedlichste Zipfel Ich habe es geschafft: Ich war am Suedkap. In der heiligen Stadt Kanniyakumari. Dort treffen das Arabische Meer, der Golf von Bengalen und der Indische Ozean aufeinander. Allerdings war ich dort nur fuer kurze Zeit. Hin ging es mit dem Zug. Ich hatte mir gestern schon ein Ticket gekauft. Geplante Abfahrt: 09:50. Reale Abfahrt: 10:45. Immerhin, der Zug kam aus Mumbai und hatte auf den knapp 1.900 Kilometern nur 55 Minuten Verspaetung eingefahren. Die letzten 88 Kilometer sass ich also mit drin. Auf einer harten Holzbank, aber immerhin ein Sitzplatz.
 End of track: Kanniyakumari Zurueck wuerde es heute keinen Zug mehr geben, das hatte ich gestern schon in Erfahrung gebracht. Zum Glueck lief ich in Kanniyakumari sofort nach der Ankunft die 2 Kilometer zum Busbahnhof, trotz des ziemlich grossen Hungers und der Sachen, die ich mir dort angucken wollte. Der Bus nach Trivandrum faehrt um 14:00. - Und danach? - Heute keiner mehr.
 Strassenbild Uh. Ich blickte auf meine Uhr: 13:21. So kurz hatte ich mir meinen Aufenthalt dort eigentlich nicht vorgestellt. Der Reisefuehrer sagt, dass taeglich 20 Busse nach Trivandrum fahren. Stimmte irgendwie nicht, vielleicht weil heute Sonntag war. Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass 19 Busse vor 14:00 Uhr fahren. Vielleicht haette ich es anders machen koennen, wenn ich mit einem Bus nach Nagercoil gefahren und dort umgestiegen waere. Es konnte allerdings niemand so viel Englisch, um mir das bestaetigen zu koennen. Und knappe 24 Stunden vor der Abfahrt nach Chennai und mit meinem ganzen Gepaeck in Trivandrum im Zimmer war mir das dann doch zu riskant.
 Zug Also konnte man Alex flitzen sehen. Bei 33 Grad und voller Sonne im Laufschritt zurueck an den Suedzipfel. Dort hat es dann nur fuer ein paar Bilder aus einer schlechten Position gereicht und ich konnte kurz zum Wasser gehen und die Fuesse in die heiligen Fluten halten. Dabei sah es alles ganz schoen aus und ich hatte mir auch schon ein schoenes Thali-Restaurant ausgeguckt. Zum Essen war nun auch keine Zeit mehr.
 Bus ohne Scheiben Zurueck zum Bus. Einsteigen. Abfahren. Vorbei an den Restaurants, die die Strasse saeumten und den Orten, die auf der Besichtigungsliste standen. Normalerweise hatte ich gedacht, ich bleibe so bis abends um sechs. Na egal, ich war jedenfalls da. Und die Busfahrt war auch ganz gut. Das Tolle am Bus im Vergleich zur Bahn ist ja, dass man mehr sehen kann. Man faehrt durch kleine Doerfer und kriegt viel mehr vom indischen Leben mit als die ganze Zeit aus dem Bahnfenster Landschaft zu betrachten. Nach einer Viertelstunde hatte ich zwar schon wieder einen schlafenden Inderkopf auf der Schulter, aber das ertraegt man dann auch. Die Busse in Kerala und Tamil Nadu scheinen gar keine Fensterscheiben mehr zu haben. Weiter im Norden gab es ja noch Plastikfenster, die man bei Bedarf zuschieben konnte. Also legte ich die Windausruestung an: Langarmshirt und Sonnenbrille, ich wollte nicht schon wieder explodierende rote Augen bekommen. So lief die Fahrt ganz gut und um 16:30 stand ich dann auch schon wieder auf dem Busbahnhof von Trivandrum. Ich nutzte die Zeit noch, um mir das Gelaende rund um Tempel und Palast anzugucken und unser seit gestern zugespamtes Gaestebuch mit einem Spamschutz zu versehen.
Und jetzt schreibe ich hier im Zimmer auf dem Notebook und werde mal sehen, ob ich die Sachen noch online stellen kann. |