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Ein Ausgehabend Drucken
Geschrieben von Susan   
Dienstag, 10. Januar 2006

Einen neuen Artikel habe ich noch, allerdings etwas weiter unten oder hier:

Gemini Circus
Gemini Circus
Heute hab ich den Hauptteil des Tages mit der Suche nach einem billigeren Hotel verbracht. Extra, damit wir puenktlich zur CheckOut-Time um drei Uhr umziehen koennen. Keine Muehe war zu viel, ich hab bestimmt 10 Hotelzimmer besichtigt, ueber Preise verhandelt und zahlreiche Visitenkarten eingesackt. Und wer war natuerlich nicht rechtzeitig da um meine Erfolge zu wuerdigen - Alex. Schuld waren mal wieder die aeusserst lahmen Busse und das eigenwillige Strassennetz. Jaja, aber so konnte ich wenigstens in Ruhe Notting Hill im Fernsehen gucken. Wir haben naemlich schon wieder ein Zimmer mit TV. Ausserdem - wurde ja auch mal wieder Zeit - ein paar kleine Mitbewohner mit langen Fuehlern. Aber die koennen's nicht annaehernd mit den Megateilen von Calangute aufnehmen.

Trapez
Trapez
Auf jeden Fall kein superereignisreicher Tag, ausser dass ich aus dem Internetcafe geschmissen worden bin und wir uns beide verlaufen haben, was ja nichts Neues ist- da musste ein bisschen Action her. Also in letzter Sekunde (eigentlich war auch die schon ueberschritten) zu Alex' heutiger Entdeckung geduest- dem Gemini Circus. Ein indischer Zirkusbesuch stand bisher noch aus auf meinem Wunschplan. Schliesslich sind wir im Land der Schlangenbeschwoerer, Schauspieler mit drei Daumen und seiltanzenden Kindern in saemtlichen Touristengebieten.

Da es also merkwuerdige Sachen an jeder Ecke gibt, hab ich mich auf Zirkusdarsteller mit mindestens 2 Koepfen, nie zuvor gesehene Tiere und atemberaubende Akrobatik gefasst gemacht. Zumindest Atem raubend gab's, als eine Frau mit dicken Stampfern auf eine frei stehende Leiter klettern wollte. Selbst dass sie es letztendlich mit ein paar Pannen tatsaechlich bis auf die oberste Stufe geschafft hat konnte nicht so richtig von ihrer offensichtlichen Unsicherheit ablenken und so fieberte zumindest ich die ganze Zeit ordentlich mit. Dann wurden drei Russinen vorgestellt. Die waren aber nur dazu da, viel weisses Bein zu zeigen und mit unglaublich genervtem Blick zu klatschen. Hat die fuer indische Verhaeltnisse erstaunlich ruhige Stimmung aber auch nicht viel gehoben. Also gab es noch mehr exotische und miniberockte Maedchen- diesmal chinesische. Allerdings nicht die schoenen, feingliedrigen Akrobatinnen, die man sich da jetzt vorstellt, sondern eher so junge, wohlgenaehrte Maedchen vom Land. Die liefen zum Aufwaermen eine Runde vollkommen asynchron durch die Manege. Spaeter haben sie aber doch noch tolle und beeindruckende Sachen in der Luft gemacht. Dann gab es noch so eine Art Riesenhamsterlaufrad, nur fuer Menschen, die dann hoch in der Luft Rennhamster gespielt haben. Ich muss ein bisschen laestern, sonst ist es nicht spannend. Es gab schon ein paar gute Sachen, aber alles war irgendwie ein bisschen zu lang. Wir haben mindestens 20 Minuten lang Fahrradkunststuecke wie auf nur einem Rad fahren (na gut, freihaendig) gesehen. Irgendwie mussten sie ja drei Stunden fuellen.

Dr. Candyman
Dr. Candyman
Es gab auch zwei Lilliputaner, zwei wie immer ueberhaupt nicht lustige Clowns, 3 Dromedare, Papageien und Kakadus, eine Prinzessin im Brautkleid die aussah wie die boese haessliche Stiefschwester in saemtlichen russischen Maerchenfilmen, zwei lustige Elefanten (Einer davon als Dr. Candyman verkleidet) und mein persoenlicher Favorit - das Nilpferd. Ich glaube, ich hab vorher noch nie eins gesehen, das sah ja total komisch aus, total unfoermig. Auch wenn es nur einen Miniauftritt hatte, da sein Part nur in einmal Maul-aufsperren und wieder gehen bestand, hat es mir aber ganz schoen Leid getan. Der Star des Abends war aber merkwuerdigerweise ein Maedchen, das mit ganz vielen Hula-Hoop-Reifen (huu wie wird das geschrieben), hm, hulen konnte. Mich hat das nun eher an fruehen Sportunterricht erinnert aber die Inder haben sich zum mit Abstand groessten Begeisterungssturm des Abends hinreissen lassen. Muss wohl an den Bewegungen gelegen haben.

Kaum war die Vorstellung zu Ende, stuermten auch schon alle raus und wir nahmen die Rueckfahrt in Angriff. Ungefaehr zehn Busse spaeter stiegen wir auch in einen ein, der uns dann bis zur naechsten Station mitgenommen hat. Und dort konnten wir dann doch noch in den richtigen Bus umsteigen, der vorher keine Lust gehabt hatte, extra fuer nur zwei Leute zu halten und mit purer Absicht an uns vorbei gerauscht war.

 
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