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Byoff Film Festival Drucken
Geschrieben von Susan   
Samstag, 25. Februar 2006

Sujain und Alex
Sujain und Alex
Wir haben Glueck, denn genau in unsere Purizeit faellt auch das dritte Byoff Kurzfilm-Festival. Jeder der will, kann gegen eine Startgebuehr seinen selbstgedrehten Film abgeben und der wird dann vorgefuehrt.

Die Nachmittagsfilme waren noch nicht so spannend, aber abends wurde es dann besser. Wir hatten Glueck, die meisten waren entweder auf englisch, mit Untertiteln oder eh ohne Ton. Insgesamt kamen verdaechtig viele Zuege vor. Es gab einen Film ueber einen Strassenjungen, der sich in eine Prostituierte mit grossen Pockennarben im Gesicht verliebt und einen Film ueber Alkoholsucht. Ein ganz Guter sogar. Eine Suechtige war Doris aus Daenemark, ihr maennliches Trinkgegenstueck ein indischer Provinzbauer. Zwei Welten, ein Problem. Zum Glueck sind beide schon auf dem Weg der Besserung. Doris tat mir mehr Leid, denn sie ist allein mit ihrem Alkohol, waehrend ihr Mann als Kapitaen herum faehrt. Der Bauer dagegen hat den Druck seines ganzen Dorfes hinter sich. Wer trinkt, muss Strafe zahlen und die Frauen haben sich bereits zusammen getan und den Alkoholstand abgefackelt. Alkoholproblem beseitigt. Meine Lieblingsstelle im Film war, als die Frauen beschlossen, den Frauen im Nachbardorf zu helfen. "Wir sollten ihnen zeigen, wie wir unseren Laden geschlossen haben"

Band
Band
Trotz mahnendem Film konnte ich wenig spaeter ein paar Betrunkene live erleben. Bei Byoff gibt's naemlich nicht nur Filme, sondern auch Essen, billigen Schnaps und ein "Orchester", bzw. eine Rock-Coverband. Es gab mal wieder viel Pink Floyd und dazu wurden vom begeisterten und ausschliesslich maennlichen Publikum ein paar neue Taenze ausprobiert. An einer Stelle sind alle zusammen ploetzlich groehlend losgerast, auf einen 50 Meter entfernten Huegel, haben ordentlich die Arme in der Luft geschuettelt und sind ebenso groehlend zurueck gerannt. Aus Ermangelung tanzender Frauen und weil man mit Maennern eh besser spielen kann, gab es viele gleichgeschlechtliche Tanzpaare, -trios und -quartette, denn hier tanzt Niemand allein. Auch das anwesende Dalai Lama-Double liess sich von einem jungen Sandaufwirbler umkreisen.

einsamer Hund
einsamer Hund
Die Band verabschiedete sich mit viel Lob fuer das euphorische Publikum und die restlichen Filme waren vergessen. Ich hab mich trotzdem noch zu den paar Leuten gesetzt, die auch gewartet haben, dass die Filme wieder los gehen. Mit Verspaetung gab's noch einen Strassenjungenfilm und dann bin ich durch den menschenleeren und friedlichen Ort zurueck gelaufen, verfolgt von einer Hundehorde.

 
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