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Indien
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Geschrieben von Alex
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Freitag, 17. März 2006 |
 68 Kilo 7 Kilo Gewichtsverlust. Wird Zeit, mal das Land zu wechseln. Dabei sagt Susan gerade, ich habe reingehauen wie ein Scheunendrescher. |
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Geschrieben von Alex
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Dienstag, 14. März 2006 |
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In Kalkutta scheint es keine Steckdosen zu geben. Jedenfalls nicht in den beiden Guest Houses, in denen wir bisher gewohnt haben. Also schweigen wir uns ein bisschen aus, denn das Notebook ist alle und der letzte Satz Akkus fuer die Kamera bestimmt auch. Dabei haben wir doch so schoene Fotos, denn heute war Holi und wir leuchteten in den buntesten Wasserfarben. (Wasserloeslich - ganz ab sind sie noch nicht.) |
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Geschrieben von Alex
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Donnerstag, 9. März 2006 |
 Magere Ausbeute: Kanchenjunga Um 3:45 vibrierte das Handy. Aufstehen zum Himalayagucken. Sofort schlief ich wieder ein und traeumte, ich haette verschlafen und muesse nun eh nicht mehr aus meinem warmen Bett raus. Muss wohl eine Schutzreaktion des Koerpers gewesen sein. Zum Glueck klingelte das Handy 4 Minuten spaeter erneut, diesmal auf Lautstaerke 4 von 7. So wurde ich aus meinem Traum gerissen und war nun in der Realitaet mit der Frage des Aufstehens konfrontiert. Sechs Minuten brauchte ich noch, um mich positiv zu entscheiden. Schnell in die Sachen. Licht ging natuerlich immer noch nicht, also Kerze an und ins Bad. Zaehneputzen mit eiskaltem Wasser. Den Rucksack mit den Kameras gegriffen und raus auf die Strasse.
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Geschrieben von Alex
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Mittwoch, 8. März 2006 |
 Ausblick vom Zimmer Logischerweise waren die Inder genauso frueh wach, wie sie auch das Licht ausgemacht hatten. Und seltsamerweise hatte sich die Anzahl der Passagiere morgens um 5 um gut die Haelfte reduziert. Der Boden des Waggons war nun teilweise erkennbar und man konnte halbwegs unbeschwert im Gang laufen. Mit einer knappen Stunde Verspaetung erreichte der Zug dann auch New Jalpaiguri. Von dort aus ging es mit der Fahrradrikscha noch 6 Kilometer nach Siliguri. Da starten die Tata Spacio-Jeeps hoch in die Berge. |
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Geschrieben von Alex
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Dienstag, 7. März 2006 |
 Abschied von den Varanasi-Frauen Ich sitze im Zug und schreibe in mein Buch. Jedenfalls so gut es geht. Denn obwohl es noch nicht spaet ist, sind hier schon nahezu alle Lichter aus. Genau weiss ich die Uhrzeit gar nicht, aber es kann nicht viel spaeter als 9 Uhr sein. Zumindest habe ich ein Bett. Aber dazu spaeter mehr.
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 7. März 2006 |
 Terror in the Heartland Der Tag nach meinem Geburtstag hat bloed begonnen und noch schlimmer geendet. Zumindest fuer Einige, fuer uns ja nicht zum Glueck. Angesichts eines Bombenanschlags erscheinen so ein paar betruegerische Geschaeftsleute ja nebensaechlich (Rekord von vieren heute). Das war mir an dem Tag auch alles ein bisschen unheimlich, denn eigentlich hatten Alex und ich grosses Glueck. Es gab zwei Bombenanschlaege kurz nacheinander. Einen im "Monkey Temple" und einen am Hauptbahnhof. Wir hatten uns eigentlich noch ein bisschen geaergert, dass Alex vom Bahnhof ausserhalb der Stadt abfahren muss, weil die anderen Zuege schon ausgebucht waren. War doch ganz gut so, denn der Anschlag fiel genau in seine Abfahrtszeit. Am Bahnhof gab es wohl zwei Bomben, eine im Zug nach Delhi und eine bei den Bahnofsbueros. Als ich spaeter nach Kalkutta abgefahren bin, war der schoene Touristenoffice in Form eines nachgebauten Tempels aus Sperrholz ganz verlassen und demoliert. |
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Geschrieben von Susan
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Montag, 6. März 2006 |
 Susan hat Geburtstag Danke fuer alle lieben Gruesse und Glueckwuensche per Mail oder Gaestebuch. |
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Geschrieben von Susan
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Sonntag, 5. März 2006 |
 Kurz vor 12 noch schnell eine Kuh fuettern Kein Wunder, dass weisse Frauen hier so ein Luder-Image haben. Wir waren im Kino und auf der Leinwand tummelten sich halbnackte Blondienen. Entweder zogen sie sich gerade mitten in einer Bar aus, tanzten schon ausgezogen an der Stange oder kraultem einem coolen Geschaeftsmann die Hand, waehrend er telefoniert. Keusche Inderinnen dagegen fangen schon an zu weinen, wenn ihnen am hellichten Tag ihr Dupatta(?)-Schal entrissen wird und so der Blick auf ihr sackfoermiges Kleid frei wird. Alex, der ja gleich mit zwei Frauen im Kino war, hat wahrscheinlich alle Klischees bestaetigt.Auf jeden Fall war es aber ein lustiger Film. Neben den Blondienen gab es noch einen starken Helden, den Polizist, der mit blossen Haenden zwei fahrende Motorraeder auf einmal festhalten konnte, um sie dann durch die Luft zu wirbeln. Ein paar tolle Stuntszenen gab's. Ein bisschen Frauenpower war sogar auch dabei als die Hauptdarstellerin ein paar Ganoven mit einer Ohrfeige meterweit durch die Luft schmetterte.  Susan mit Pujablume Um 0 Uhr sassen wir dann mit einem Strassentee in der Naehe des Verbrennungsghats. Aus der Nebenbude toenten die Vengaboys und um nochmal zu demonstrieren, wie nah sich Leben und Tod liegen, wurde auch noch eine Leiche vorbeigetragen aber auf jeden Fall war es ein sehr schoener Geburtstagsuebergang. Die Nacht war kurz, denn wir haben uns zur empfohlenen Zeit von 6 Uhr auf den Weg zu einer Bootstour auf dem Ganges gemacht. Im Reisefuehrer stand noch was von ab und zu vorbeischwimmenden Leichen, aber sowas spektakulaeres gab's nicht zu sehen. Schoen war's aber schon. |
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Geschrieben von Susan
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Samstag, 4. März 2006 |
 Das ist er nicht! Waehrend Alex und ich einen Nachfahren vom "Goethe Indiens" in seinem 250 Jahre alten Gartenhaus besucht haben, hat Anett einen Sadhubesuch klar gemacht. Denn die gibt's hier ja endlich mal wie Sand am Meer. Heilige,oder zumindest vermeintlich heilige alte Maenner mit grossen Baerten, verfilzten Haaren und orangen Gewaendern, die ich bisher immer nur ehrfuerchtig von weitem angeguckt hab (oder gefluechtet bin, wenn sie Geld wollten). Aber Anett hat einen lustigen englisch sprechenden getroffen und sich mit ihm zur Yogastunde verabredet. Da war ich auch neugierig und so haben wir uns gemeinsam in die dunkle Hoehle des heiligen Mannes begeben. In seiner Rumpelkammer sass schon ein Deutscher im indischen Priestergewand. Dessen Stunde war gerade beendet und so wurde gleich mal ein bisschen ueber ihn abgelaestert, um die Stimmung zu lockern. Der ist verrueckt und immer unpuenktlich, aber er selbst (unser Sadhu) sei ja schliesslich auch verrueckt, ist also nicht so schlimm. Standesgemaess mit langem Rauschebart und vielen Ketten, etwas weniger meinen Erwartungen entsprechend war er aber auch im Besitz einer sportlichen Uhr, eines Handys und eines Laptops. Da mussten wohl schon einige Yogastunden ins Land gegangen sein. Unsere begann mit einer kleinen Fragestunde auf dem Dach. Was ist denn Meditation? Was ist Yoga, glaubt ihr an Gott, wer bist du, wo gehst du hin? Gut, dass Anett da war, denn von sowas fuehl ich mich immer in die Enge getrieben. Immerhin konnte ich mit meinem Vipassanakurs punkten, aber so richtig schien er nicht zu wissen, worum es bei dem konkret geht. Der Ernst unserer kleinen philosophischen Einfuehrung wurde kurz von einer Einfuehrung der anderen Art gestoert, als hinter dem Ruecken des heiligen Mannes zwei Affen begannen, Sex zu haben. |
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Geschrieben von Susan
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Mittwoch, 1. März 2006 |
 der Ganges Wenn wir auch schon immer gesagt haben, in jeder Ecke von Indien sieht es anders aus, stellt Varanasi nochmal alles in den Schatten. Ich zumindest bin total begeistert. Ok, es ist gerade mal der erste Abend (und schon haben wir Bekanntschaft mit diversen der beruechtigten Hotelschlepper und Geldsammler gemacht). |
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Geschrieben von Susan
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Mittwoch, 1. März 2006 |
 Shiva Abends sind wir mal in die andere Richtung eingebogen und ploetzlich hingen grosse Rauchschwaden in der Luft. Willkommen am Verbrennungsghat. So schnell waren wir darauf vielleicht gar nicht gefasst gewesen, aber laut Reisefuehrer ist es kein Problem, den anzugucken, solange man nicht fotografiert. Also naeher in Richtung lodernder Lagerfeuer gepirscht, aber nach wenigen Schritten schon wurde ich zurueck gerufen: und schon hatten wir einen neuen Freund, diesmal einen Vertrauenserweckenden, der uns das Ganze von oben zeigen wollte. Man darf nicht vergessen, dass viele Leute hier wirklich einfach nur nett sein wollen. Natuerlich faellt man immer auf die Falschen rein und verdaechtigt die Guten. Doch gutes Englisch und schickes Hemd sind ein gutes Zeichen, also sind wir ohne Bedenken eine Etage hoeher zu einer Art Aussichtsplattform gestiefelt und haben eine gute Einweisung ins Geschehen bekommen: |
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Geschrieben von Susan
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Samstag, 25. Februar 2006 |
 Sujain und Alex Wir haben Glueck, denn genau in unsere Purizeit faellt auch das dritte Byoff Kurzfilm-Festival. Jeder der will, kann gegen eine Startgebuehr seinen selbstgedrehten Film abgeben und der wird dann vorgefuehrt. |
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Geschrieben von Susan
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Samstag, 25. Februar 2006 |
 Abendcycle Heute sind wir mal wieder von intensiven Wuergegeraeuschen vor unserem Fenster geweckt worden. Auch wenn es Geraeusche wie von einem Science Fiction-Filmmonster waren wissen wir ja inzwischen, dass kein Grund zur Sorge besteht. Vielleicht sind beim Fruehstueck ein paar Reisklumpen im Hals stecken geblieben, die muessen jetzt beseitigt werden.Damit hat auch schon unser dritter Puritag begonnen, Zeit fuer einen Bericht. Hier gibt es eine Touristenstrasse mit leckeren Restaurants, einen Strand und viele Cycle-/ Fahrradrickschas. Die Fahrer sind oft genauso aufdinglich wie ihre motorisierten Kollegen: einer ist den ganzen Weg vom Busbahnhof bis zum Hotel neben uns her gefahren. Aber selbst fuer fuenf Rupien (zehn Cent) haben wir staehlernen Wanderer uns nicht erweichen lassen. Es ging ihm wohl auch eher um eine Provision vom Hotel. |
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Geschrieben von Alex
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Sonntag, 19. Februar 2006 |
 Schlangenhaut Wir leben im Schlangenland. Vor zwei Tagen hatte Susan am Wegesrand schon eine Schlangenhaut gefunden. Gestern Abend kam eine Deutsche ins Youth Camp, die eigentlich in der Auromodelle-Siedlung lebt. Aber sie hatte tagsueber eine Schlange in ihrem Bad gefunden und zog es vor, eine Nacht hier zu schlafen um dann zu sehen, ob sie inzwischen wieder ausgezogen waere. Also drehte sich heute das Fruehstuecksgespraech um Schlangen. Samrat, der Chef des Youth Camps hier, hatte mal eine Schlange vor dem Fernsehraum gefunden und einen Freund angerufen, ob er sie fuer sein Terrarium gebrauchen koennte. Ja, konnte er. Samrat fing sie, schleppte sie in den TV-Raum und zeigte sie rum. Er hielt sie am Schwanz und sie versuchte staendig, ihn zu beissen. Gefaehrliche Sache, denn als der Freund zum Abholen kam, stellte sich heraus, dass es sich um eine sehr giftige Krait handelte und nicht um die laut Telefonbeschreibung harmlose Schlange. |
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Geschrieben von Alex
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Samstag, 18. Februar 2006 |
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Wir waren im Kino. Trauriger Film. |
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Geschrieben von Alex
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Freitag, 17. Februar 2006 |
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Nach drei Naechten am Strand sind wir nun in das Youth Camp in Auroville umgezogen. Wir haben zwei Betten im Schlafsaal und teilen uns den Raum mit zwei Amerikanern und zwei Koreanern. Ist ganz nett hier, nicht so teuer wie die anderen Gasthaeuser in Auroville. Einfaches Fruehstueck und warmes Abendbrot sind inklusive und es gibt eine Kueche, in der man selber kochen kann. Susan freut sich schon ganz doll. Eigentlich gibt es auch nur 18 Betten in Zimmern, allerdings ist der Andrang so gross, dass momentan sogar der TV-Raum mit Betten und Matratzen vollgestellt ist und bestimmt 30 Leute hier Leben. Die meisten fuer recht lange Zeit, die Schlafsaalbetten dienen als Warteschleife auf einen freiwerdenden Raum. Wir drehen keine Warteschleife, denn wir haben unsere Planung schon fertig. Am 21.02. wollen wir hier abreisen und nach einer Zwischenuebernachtung in Chennai werden wir uns auf eine lange Bahnfahrt begeben. 1.223 Kilometer stehen auf dem Programm, nach Bhubaneswar in Orissa. Dann sind wir schon wieder ziemlich weit im Norden und haben noch eine Weile Zeit, unseren Abflugort Kalkutta weitraeumig zu umkreisen. Wir wollen in Puri und Umgebung beiben und von dort aus am 28. Februar die naechsten 1.101 Eisenbahnkilometer nach Varanasi auf uns nehmen. Hier kommen noch mehr Eintraege rein... |
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Geschrieben von Susan
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Freitag, 17. Februar 2006 |
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Am letzten Tag haette ich's fast doch noch geschafft, zu verschlafen. Erstaunlicherweise hab ich das Glockeninferno vor meiner Tuer ueberhaupt nicht gehoert. Trotzdem hab ich es grad noch rechtzeitig in die Meditationshalle geschafft. Zum Abschluss gab's naemlich was Besonderes - Meetha, die grosse Liebesmeditation oder, naeher am Original, "Practice of loving kindness". Hinterher sollte die Luft vor Liebe vibrieren. |
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Geschrieben von Susan
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Freitag, 17. Februar 2006 |
 Vipassanagarten
Am Morgen des sechsten Tags hab ich aus egoistischer Angst vor Malaria gegen ein anderes Gebot verstossen und eine Muecke getoetet. Es kam wie es kommen musste, und der sechste Tag wurde, wie von Goenka angekuendigt, ein schwerer Tag. Inzwischen hatte ich schon die faszinierende Entdeckung gemacht, dass man lernen kann, Schmerz einfach abzuschalten. Doch wie man sich besser konzentriert, wusste ich immer noch nicht. Die ganzen zehn Tage waren wirklich eine ganz schoene Achterbahnfahrt, um mal diese beliebte Metapher zu benutzen. Und am fuenften Abend hatte eine rasante Fahrt Richtung Erdboden begonnen. Ich konnte die Zeichen nicht laenger ignorieren, ich hatte wie schon bei meinem Versuch, meinen Geist ins Flugzeug zu beamen, alles missverstanden und meinen Wuenschen angepasst. Das musste ich leider waehrend des abendlichen Videos erkennen. Bloedes Video. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles falsch gemacht hab oder doch einen anderen Weg gefunden hab (diese Moeglichkeit gefaellt mir natuerlich besser), denn im Endeffekt kam ich doch aufs von mir gewuenschte Ergebnis. Aber der Weg dahin war ganz schoen verschlungen und der sechste Tag sah stark nach Sackgasse aus. |
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Geschrieben von Susan
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Freitag, 17. Februar 2006 |
 Blume Dafuer begann der siebte Tag um so besser, naemlich mit einem erstaunlichen Fortschritt. Meine Sinne waren wohl schon so geschaerft, dass ich bereits vom ersten, noch weit entferntem und zaghaften Glockenanschlag des Morgens wach wurde. Als das Gerassel vor meinem Fenster los ging, war ich schon laengst unter der Dusche. Der Tag wurde genauso gut, wie er begonnen hat und es gab tatsaechlich einen (kurzen) Moment, an dem ich es schade fand, dass der ganze Spass schon in drei Tagen zuende sein sollte. Ich muss allerdings zugeben, dass ich meine Erkenntnis vom vorherigen Tag bzw. vorvorherigem Abend erstmal wieder zur Seite gelegt hab. Und so ging es weiter mit ein paar ordentlichen Stimmungsschwankungen, die in den Pausen aber immer in einem Hoch endeten. In der Mittagspause hatte ich eine interessante Begegnung mit einer alten Bekannten vom vierten Tag. Damals war sie mir noch nicht besonders sympathisch und haette mich beinah von meinem Lieblingsgartenplatz vertrieben. Meine neue Freundin war eine kleine gelbe Schlange. Ich find ja die meisten Tiere toll, aber Muecken und Schlangen bilden normalerweise eine Ausnahme. Doch jetzt gab's sogar noch eine Ausnahme von der Ausnahme und ich bin diesmal nicht schnell weggelaufen sondern stehen geblieben. Auch die Schlange ist stehen geblieben, hat sich ein bisschen aufgerichtet (war ja nur eine kleinere Schlange und ueber zwei Meter weg also nicht gefaehrlich) und hat mich angeguckt. Nach einer Minuten tiefen in-die-Augen-Blickens hat sie sich umgedreht und ist weg geraschelt. Leider muss ich zugeben, dass ich ihr dann noch einen Stein hinterher geschmissen hab, aber nur um zu sehen, ob sie noch da ist, nicht um zu treffen. |
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Geschrieben von Susan
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Freitag, 17. Februar 2006 |
 Mitvipassanerinnen am letzten Tag Der achte Tag begann weniger gut- waehrend ich im Bad war, weniger fruehzeitig als am Tag zuvor, wurde ich in meinem Zimmer eingesperrt. Irgend Jemand (ich habe die Assistenzlehrerin im Verdacht) hat von aussen den Riegel zu meiner Tuer zu geschoben. Heute etwa keine Morgenmeditaion fuer mich? Gerade als ich mich mit dem Gedanken angefreundet hab (ging schnell), dann halt wieder ins Bett zu gehen, kam meine Rettung und gerade so hab ich's doch noch halbwegs puenktlich geschafft. |
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Geschrieben von Susan
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Freitag, 17. Februar 2006 |
 Mitvipassanerinnen am letzten Tag
Obwohl der Tag begann wie der vorherige - Jemand hat mich eingesperrt, waehrend ich im Bad war - wurde der neunte wieder ein besserer Tag. Meditieren hat wieder besser geklappt, nachmittags gab's mal wieder salziges Masala-Popkorn statt gelber Wuermer und danach gab es eine unerwartete, aber spektakulaere Wendung im Programm: zwei Videos und keine Abendmeditation. Ausserdem wurde der Zeitplan des zehnten, letzten richtigen Tages bekannt gegeben. Der zehnte ist ein Uebergangstag in die normale Aussenwelt, eher ein Spieltag und so blieben nur noch wenige Stunden Meditation zu meistern. Was fuer ein Hochgefuehl, die zehn langen Tage wuerden also tatsaechlich irgendwann zu Ende sein! Jetzt war ich mir doch nicht mehr ganz sicher, ob der Kurs lang genug war. Das Zusatzvideo war nicht soooo toll, ein bisschen ueber die Geschichte und tolle Zusammentreffen von Vipassana in der letzten Zeit. Aber einmal gab's Goenka mit Pudelmuetze zu sehen. Dann bin ich ins Bett gegangen (dreiviertel Neun) und hab mich auf den naechsten Tag gefreut. |
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Geschrieben von Susan
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Freitag, 17. Februar 2006 |
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 Mitvipassanerinnen am letzten Tag Denn der hatte ja ein besonderes Programm. Am Morgen gab es eine zusaetzliche Rede von Goenka, und dann durfte wieder geredet werden. Mein erster Kontakt mit einem anderen Menschen war noch vorm Aufstehen in der Halle, mit meiner Blumenfreundin, die mir beim Vorbeigehen ganz schoen doll in die Wange kniff. Und ich hatte mich noch ueber den Zusatz der Lehrer gewundert, dass koerperlicher Kontakt verboten ist.Waehrend die inderinnen laut lachend und kreischend ins Freie stuermten, bin ich lieber erstmal schnell in mein Zimmer gefluechtet. Was soll man denn nach so langer Zeit der Stile sagen, das muss ja schon was Besonderes sein, immerhin kommt man auch erstaunlich gut ohne Reden aus. |
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Geschrieben von Susan
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Samstag, 11. Februar 2006 |
 Rue Mahatma Gandhi Von den Indern liebevoll Pondy genannt, ist Pondy die Stadt der Croissants und Franzosen. Zum Meer hin gibt's ein franzoesisches Viertel mit Nachkommen frueherer franzoesischer Besetzer. Also werden wir von den Indern ausnahmsweise nicht mit "America!"-Rufen, sondern perfektem Franzoesisch begruesst. Ist aber auch ein bisschen komisch. Es gibt viele Baeckereien (da wohnen die Croissants), bisher eine wahre Raritaet auf unserer Reise, schicke Restaurants voller Europaeer und ordentlich parallel angeordnete und oft sogar beschriftete Strassen. Die ganzen Rues (das ist jetzt franzoesisch= Strassen, falls es Jemand nicht erkannt hat) sehen auch verhaeltnismaessig ordentlich aus, die Abwaesser werden mal nicht unter die Gehwege (der eigentliche Gehweg ist sowieso meistens eher ein Steh-Weg und wird von Staenden, ewig vor den Staenden rumstehenden, schwatzenden Maennern und Schlafenden besetzt) in zwei ordentlich angelegte Kanaele und zumindest den Stadtplan verschoenernde Kanaele geleitet. |
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Geschrieben von Alex
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Freitag, 10. Februar 2006 |
 30 30. Danke.Zur Feier des Tages gibt es franzoesisches Ambiente in Pondicherry. |
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Donnerstag, 9. Februar 2006 |
 Auf der Ladeflaeche nach Pondi Heute sind wir 100 Tage in Indien. Ein Reisetag - Pondicherry war das Ziel. Wir besuchten noch kurz die Art Gallery, um uns von der Japanerin zu verabschieden. Zu lauter Musik und gehissten Faehnchen an den Masten marschierten wir in Richtung Ortsrand. Aber dieser Aufwand diente weniger dazu, uns einen triumphalen Auszug aus der Stadt zu bereiten, sondern eher der Einstimmung auf eine der haeufigen politischen Kundgebungen, fuer die gestern Abend extra eine Buehne aufgebaut wurde. |
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Geschrieben von Alex
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Mittwoch, 8. Februar 2006 |
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 Crocodile Bank  Zwei Kobras und Sandrasselotter Die Crocodile Bank in Vadanemelli war heute unser Ziel. 14 Kilometer in Richtung Chennai gelegen. Eigentlich haben wir inzwischen ja genug Krokodile gesehen. Schlangen auch. Aber die Krokobank hat ein edles Ansinnen: Gefaehrdete Arten aufziehen und wieder auszuwildern. So zwischen 4000 und 5000 Tiere leben hier, inklusive Schildkroeten und anderen Reptilien. Und nebenbei bringen die Angehoerigen des schlangenkundigen Irula-Volkes Schlangen und Skorpione aus der Umgebung hierher. Denen wird das Gift abgenommen und anschliessend werden sie wieder ausgesetzt. |
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Geschrieben von Alex
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Montag, 6. Februar 2006 |
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Wieder ein Reisetag. Wir wollten Chennai verlassen. Nach Mamallapuram, 54 Kilometer weiter suedlich. Mit Bussen zu erreichen. Also packten wir unsere Sachen, checkten aus, gingen ein letztes Mal zum Fruehstueck in unser Lieblingsrestaurant "Maharaja" und machten uns auf den Weg zur S-Bahn. Drei Stationen bis zum Fort, dort noch ein kleines Stueck bis zum Broadway-Busbahnhof. Hm, haetten wir mal doch gefragt. Unser Reisebuch war naemlich nicht mehr ganz aktuell, der direkte Bus fuhr nicht mehr von hier, sondern im Sueden der Stadt ab. Also nahmen wir einen Stadtbus, warteten eine halbe Ewigkeit auf die Abfahrt und schaukelten dann gemaechlich durch die Stadt. |
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Geschrieben von Alex
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Sonntag, 5. Februar 2006 |
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Der Text ist noch nicht fertig. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
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Oje, so richtig gluecklich war ich ja nicht, als ich in Mysore in den Zug gestiegen bin. Worauf hatte ich mich da bloss wieder eingelassen? Keine Ahnung, aber taeglich so richtig frueh aufstehen, um 17 Uhr das letzte Essen und zehn Tage lang nicht nur nicht reden, sondern auch nicht lesen, schreiben oder sonst irgendeine Beschaeftigung, mit der man sich normalerweise die Zeit vertreibt. Und viel Zeit wuerde ich ja haben. Der einzige angebotene Zeitvertreib: Meditation. Hab ich mich ja bis jetzt auch noch nie weiter mit befasst, aber zehn Stunden pro Tag schienen mir nun doch ein bisschen uebertrieben. Da standen mir wohl zwoelf ganz schoen langweilige Tage bevor. Ich muss zugeben, dass ich ueberlegt hab, einfach nicht hinzugehen und den naechsten Zug zurueck zu Alex zu nehmen. Andernfalls wuerden die naechsten 13 Tage die laengste Zeit werden, die wir getrennt voneinander verbringen, seit wir uns kennen. Ein positives Argument hatte ich auf Lager. Was sind schon zehn (oder auch zwoelf) Tage, wenn sie ein ganzes Leben verbessern koennen. Mit Betonung auf "koennen". Wer weiss, vielleicht wuerde ich es ja gar nicht so lange aushalten und muesste den Kurs sogar abrechen? Soll ja nicht so einfach sein. Doch wie immer, wenn man auf dem richtigen Weg ist, kam bald ein Lichtblick. Den Lichtblick hatte ich schon beim Einsteigen damit beeindruckt, dass ich seinen Namen wusste, ohne ihn je vorher gesehen zu haben. Er hiess George. Ausserdem kannte ich sein Alter (34), seine Sitznummer (neben mir) und wusste - etwas weniger beeindruckend - dass er maennlich war. Das Geheimnis war der aussen am Zug angeklebte Reservierungszettel, ausgestattet mit den wichtigsten Informationen ueber meine Mitfahrer und mich. Nachdem ich also mit meinen scheinbar hellseherischen Faehigkeiten schon ein bisschen Eindruck geschunden hatte, kamen wir auch bald ins Gespraech und schon nach zwei Saetzen stellte sich heraus, dass auch George (Ami mit griechischen Eltern) zum Vipassanakurs wollte. Und er konnte mir einige Zweifel nehmen, da er den Kurs schonmal auf seiner letzten Indienreise gemacht hat - vor zehn Jahren. Sei alles halb so schlimm, es gibt reichlich zu essen und danach ist alles super. Dafuer verriet er mir, dass man sich manchmal eine Stunde lang nicht bewegen darf und keine spannenden Gedankenausfluege macht, wie ich mir das vorgestellt hatte, sondern sich allein auf bestimmte Koerperpunkte und den Atem konzentriert. Ich beschloss, dieses neu erworbene Wissen gleich wieder aus meinem Gedaechtnis zu streichen. Die restliche Bahnfahrt war unspektakulaer, aber ich konnte die beiden Kuschelinder auf der Liege mir gegenueber beobachten, die dort friedlich und eng umschlungen geschlafen haben. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
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Mein erster Eindruck von Chennai - es stinkt wie in der Jauchegrube. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass sich das hauptsaechlich auf Gleise und Fluesse konzentriert. Ich bin dann noch mit George ein bisschen umher gelaufen, weil er ein Zugticket umtauschen wollte, dann waren wir noch zusammen was essen (war mal wieder die falsche Zeit und es gab nur Snacks, die ich alle nicht so richtig mag) und George ist in den staedtischen Zug in Richtung Vipassanacenter gefluechtet. Ich wollte meine letzten Stunden in Freiheit nutzen und mir ein bisschen die Stadt angucken. Hab ein Hotel fuer 100 Rs. entdeckt, ein Buch gekauft (mit der quaelenden Gewissheit, es in den naechsten 10 Tagen nicht lesen zu koennen), war nochmal essen und hab mindestens eine halbe Stunde nach der Post gesucht - 20 Minuten davon befand ich mich schon in unmittelbarer Naehe und in der richtigen Strasse, doch Keiner wusste was von einer Post. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
 1 Nur um wenig spaeter von ohrenbetaeubendem Glockengelaeut direkt vor unserer Tuer geweckt zu werden. Es war kurz nach vier Uhr. Draussen war es dunkel, im Zimmer strahlte Neonlicht, denn meine Schnarchfreundin war bereits aktiv. Sie hatte ja auch gut geschlafen. Ich schleppte mich ins Bad und danach in die Meditationshalle, schon ein bisschen gespannt, was jetzt kommen wuerde. Mein Sitzkissen hatte ich ja schon am Abend zugewiesen bekommen. Aber nanu, die Maenner waren ja immer noch da? Hatten sie nicht was von strenger Geschlechtertrennung gesagt? Ich war doch schon gespannt gewesen auf den Moment, an dem ich nach zehn Tagen erstmals wieder so ein komisches Wesen mit Schnauzbart sehen wuerde. Wuerde ich mich erschrecken, es auslachen oder gar nicht weiter beachten? Das muss ich nun wohl ein anderes Mal herausfinden. Denn so laute und hemmungslose Geschoepfe kann man nicht einfach ignorieren, nur weil sie auf der anderen Seite des Raumes sitzen. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
 2 Spaetestens am zweiten Tag wurde es ein bisschen spannender - mein Gehirn beschloss, sich selbst zu beschaeftigen und startete gelegentliche Halluzinationen. Mein Favorit war eine der ersten und wohl auch merkwuerdigsten: beim Konzentrieren auf meine Nase verwandelte diese sich ploetzlich vor meinem inneren Auge in ein Stueck Gurke, das dann von einem Hund gegessen wurde. Es war wirklich sehr frueh am Morgen. Und die ganze Zeit an nichts zu denken, sondern sich ausschliesslich auf den Atem an einem bestimmten Punkt zu konzentrieren ist nicht nur ungewohnt, sondern auch nicht unbedingt spannend. Ich gab mir aber Muehe und manchmal hat's auch ganz gut geklappt. Aber elf Stunden pro Tag war doch ein bisschen zu viel. In den weniger disziplinierten Momenten (ich schaetze sie mal grosszuegig mir selbst gegenueber auf sechzig Prozent, sicherlich war es ein weit hoeherer Anteil) schwang sich mein Gehirn in ungeahnte kreative Hoehen. Bis zum Abend hab ich in meinem Kopf mindestens drei Wohnungen eingerichtet, diverse Berichte geschrieben und zahllose Geschaeftsideen entwickelt (so gut wie alle inzwischen schon wieder verworfen). Das hat wirklich Spass gemacht, war aber leider nicht im Vipassana-Sinn und machte mich immer unruhiger. So viele tolle Ideen und keine Moeglichkeit, sie auch nur aufzuschreiben. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
 3 Alles wie jeden Morgen - Glockengetoese vorm Fenster, schnell geduscht und in die Halle gehetzt. Heutige Aufgabe: auf "sensations" zwischen Mund und Nase zu achten. Egal was, Hauptsache war, nicht zu reagieren. Nicht aergern ueber unangenehme Empfindungen, nicht freuen ueber angenehme Empfindungen und auf keinen Fall kratzen, wenn es etwa die ganze Zeit schrecklich juckt so wie bei mir. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
 4 Heute sollte es endlich mal richtig losgehen. Die ersten drei Tage waren nur Vorbereitung gewesen, erst ab der zweiten Tageshaelfte des vierten Tags wird's so richtig spannend - es wird mit Vipassana begonnen. Das war mir nicht so richtig klar gewesen, aber in den ersten drei Tagen hatte ich lediglich Anapana-Meditation praktiziert. Na zum Glueck, mal was anderes als Atem, jetzt wird's also spannend. Jaja, leider hatte ich noch nicht gelernt, dem Leben ohne Erwartungen gegenueber zu treten. Ich haette es besser wissen muessen, schon am ersten Tag hatte ich mir spannende Unterhaltung durch uebernatuerliche Abenteuer erwartet. Da gab es naemlich Goenkas melodisch vorgetragene Warnung zu hoeren "the mind will wanderrrrrr awayyyy". Soll heissen, mal wird sich nicht die ganze Zeit allein auf den Atem konzentrieren koennen. Wie bei mir ja auch passiert, sucht sich das Gehirn selbst spannendere Beschaeftigungen. Ich aber hab das natuerlich erst so verstanden, dass der Sinn der Sache ist, den Geist wandern zu lassen. Und das ein bisschen zu woertlich genommen und eine zeitlang versucht, mein mind in eins der 30 Meter ueber mich hinweg fliegenden Flugzeuge zu setzen. Hat gluecklicherweise nicht geklappt, sonst haette es womoeglich nicht mehr zurueck gefunden. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 31. Januar 2006 |
 5 Ich hatte mir inzwischen angewoehnt, jeden Tag etwas aus dem Garten aufzusammeln. Zum Teil auch, um die bereits vergangenen Tage zu zaehlen. Strichliste war ja ohne Stift nicht moeglich. Am fuenften Tag (ein lang ersehnter Tag - Bergfest) sprang mir eine Art dunkle Riesenbohne ins Auge. Die lag auf dem Boden, also hab ich sie aufgehoben und wollte meinen Neufund gerade angemessen bewundern, als sich eine Inderin heranpirschte. Und das Schweigegebot brach, indem sie mir etwas zuraunte, was ich nicht verstand. Beim dritten Versuch merkte ich immerhin, dass es was mit der Riesenbohne zu tun hatte. Hm, wenn sie extra das allerwichtigste Verbot missachtet hat, will sie mich vielleicht warnen. Wahrscheinlich handelt es sich um eine hoch giftige zumindest heilige Pflanze. Also lieber schnell fallen lassen. Doch obwohl der Stein des Anstosses jetzt ja beseitigt war, kehrte sie noch nicht zur edlen Ruhe zurueck und so wurde mir langsam klar, dass die Bohne nur Vorwand fuer einen kleinen Plausch gewesen war. Na Mist, was mach ich denn jetzt. Ich hab mich wirklich gefragt, ob es an meiner Nationalitaet liegt, aber ich wollte wirklich brav alle Regeln befolgen damit ich mich letztendlich nicht umsonst zehn Tage lang einsperren lassen hab. Nicht einfach, umgeben von einem Volk, das Regeln scheinbar nur aufstellt, damit sie gebrochen werden koennen. |
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Geschrieben von Alex
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Montag, 30. Januar 2006 |
 Fast geschafft So, die Alexrundreise ist fast beendet. Fehlen nur noch 909 Eisenbahnkilometer bis Chennai. Um 14:30 faehrt mein Zug, geplante Ankunft ist Morgen frueh um sieben. Muss ich mir nur noch ueberlegen, was ich denn als Proviant mitnehmen will. Habe ja noch knapp ueber eine StundeSusu, ich habe deine Mail gelesen. Hoert sich alles ganz gut an. Schreib dir noch schnell was. Bis morgen liebe Susan. Freu mich! |
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Geschrieben von Alex
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Sonntag, 29. Januar 2006 |
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 Der suedlichste Zipfel Ich habe es geschafft: Ich war am Suedkap. In der heiligen Stadt Kanniyakumari. Dort treffen das Arabische Meer, der Golf von Bengalen und der Indische Ozean aufeinander. Allerdings war ich dort nur fuer kurze Zeit. Hin ging es mit dem Zug. Ich hatte mir gestern schon ein Ticket gekauft. Geplante Abfahrt: 09:50. Reale Abfahrt: 10:45. Immerhin, der Zug kam aus Mumbai und hatte auf den knapp 1.900 Kilometern nur 55 Minuten Verspaetung eingefahren. Die letzten 88 Kilometer sass ich also mit drin. Auf einer harten Holzbank, aber immerhin ein Sitzplatz. |
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Geschrieben von Alex
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Samstag, 28. Januar 2006 |
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 Das Schneckenhaus So heisst die heutige Station, 54 km suedlich mit der Bahn. Die Bundeshauptstadt. Aber ich bleibe lieber beim alten Namen Trivandrum, sonst breche ich mir ja noch die Finger ab. Diesmal wollte ich es gut machen mit dem Zimmer. Ich wollte telefonisch eines reservieren, da die billigen hier schnell voll werden sollen. Das war eigentlich schon fuer vorgestern eingeplant, aber ich brauchte einige Zeit, um herauszufinden, dass die im Reisefuehrer angegebenen Nummern inzwischen alle eine 2 vorweg haben. Kann man ja nicht wissen. Die Jugendherberge war voll. Weiter versuchen. Ich reservierte ein Einzelzimmer fuer 150 Rs, kam spaeter an - angeblich sollten nun alle Einzelzimmer belegt sein. Er wollte mir ein Doppelzimmer fuer 200 geben. Nee, ich war bockig. Machte mich wieder auf die Suche. Im Endeffekt nahm ich dann doch eines fuer 200, aber nicht bei dem Idioten. Und wahrscheinlich ist es auch ein besseres Zimmer, liegt viel ruhiger und das Gebaeude sieht ganz neu aus. |
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Geschrieben von Alex
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Freitag, 27. Januar 2006 |
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 Trageschnecke  Am gruenen Tisch Mit 11 Uhr klappte es nicht ganz. Ich flitzte morgens noch ins Internetcafe, da ich nicht wusste, wie es in Varkala mit guten Verbindungen und USB aussehen wuerde. Ich kam zurueck, packte schnell zusammen und ging zum Auschecken. Remote control? - Liegt im Zimmer. Ich hatte naemlich wieder ein Zimmer mit TV und die Fernbedienungen werden hier wie Diamanten behandelt und einzeln ausgehaendigt. Ab zum Bahnhof. Auf halber Strecke suchte ich das Bahnticket und kramte in der Hosentasche. Was fand ich? Die Fernbedienung. Mist, zurueck. Naja, die Zuege haben ja eh meist Verspaetung. Ich kam um zehn nach an und um 25 nach fuhr der Zug. Mein Sitznachbar im Zug wurde beim Schwarzfahren erwischt, er hatte mit einem 2te-Klasse-Ticket im Sleeperwagen gesessen. Dafuer gibt es 100 Rs Strafe. |
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Geschrieben von Alex
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Mittwoch, 25. Januar 2006 |
 Wo ist Alex? Zurueck in Richtung Kueste. Kurz nach 12 stand ich auf dem Busbahnhof von Munnar, der zu dieser Zeit total einsam und verlassen dalag. Waehrend des Wartens auf den Bus unterhielt ich mich mit einem Paar aus Chennai, die auch in meinem Guest House gewohnt hatten. Wir sind uns aber gar nicht ueber den Weg gelaufen, sie wohnten im ersten Stock und ich im Erdgeschoss. Sie fragte mich, woher wir western tourists denn von Munnar wissen. Na so ein Geheimtipp ist das nicht, hat immerhin 4 Seiten im Reisefuehrer. Natuerlich wurde ich auch wieder nach meinem Beruf gefragt und - ganz wichtig - ob ich studiert habe.  letzter Blick zum Guest House Ich fragte ihn, ob er denn in der IT-Branche taetig waere. Da strahlte er mich ganz stolz an und fragte, woher ich das wuesste. Na weil auf seiner Tasche das Logo von Infotech aufgestickt war. IT-Inder sind hier richtige Schwerverdiener, die Einstiegsgehaelter liegen wohl bei 15.000 Rs. In Zeitungen habe ich Jobangebote fuer Lehrer gesehen, die bewegen sich zwischen 4.000 bis 5.000 Rs. Also verdienen die IT-Leute richtig gut. Und da Inder sich staendig im sozialen Status messen und ihn zum Ausdruck bringen muessen, sind solche Taschen sehr beliebt. Das ist auch der Grund fuer das staendige Gefrage nach der Qualifikation: Sie wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ruehrt wohl auch alles ein bisschen vom Kastensystem her, dieses staendige Vergleichen und Einordnen. |
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Geschrieben von Alex
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Dienstag, 24. Januar 2006 |
 Der Anamundi Das mit dem fruehen Aufstehen hat nicht so ganz geklappt. Ich war zwar schon ab kurz nach 6 ab und zu mal wach, aber das lag wohl mehr an der Kaelte. Um 8 klingelte der Wecker, aber ich wollte gar nicht raus aus dem Schlafsack und unter der Wolldecke. Zehn wurde es dann, bis ich mich mal rausgetraut habe. Statt dem Eimer heissen Wassers bekam ich sogar den Luxus, die Dusche eines leerstehenden Zimmers zu nutzen. Denn die hatte im Gegensatz zu meiner einen Durchlauferhitzer. |
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Geschrieben von Alex
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Montag, 23. Januar 2006 |
 Zimmer Es ist kurz vor Mitternacht und ich sitze hier gerade in eine Wolldecke eingehuellt und trage zwei langaermelige Shirts und darueber noch eine Strickjacke. Es ist kalt. Draussen ist es ungefaehr so kalt wie zum Zeitpunkt unserer Abreise in Deutschland. Also irgendwie so um die 5 Grad rum. Die Bombay/Bangalore-Ausflugsinder hier laufen mit Wollmuetzen, Fleecejacken und die Frauen eingehuellt in dicke Tuecher umher (Auslaender gibt es hier nicht so viele; Israelis natuerlich wie anscheinend ueberall in Indien und in meiner Absteige wohnen 3 Oesterreicher). Tagsueber ist es noch angenehm warm, aber sobald die Sonne verschwindet und sich der sternenklare Himmel zeigt, gehen die Temperaturen den Bach runter. |
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Geschrieben von Alex
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Sonntag, 22. Januar 2006 |
 Kathakali Gestern Morgen um zehn klopfte es an die Tuer. Der Hoteljunge stand vor der Tuer und sabbelte was mit "cleaning". Das verwunderte mich, Room-Service habe ich hier noch keinen erlebt. Und manchmal denke ich, dass es auch nach der Abreise keinen gibt, so wie manche Zimmer und Betten aussehen. Auf meinen fragenden Blick hin aenderte er das Verb und verlegte sich auf "washing". Ah, es daemmerte. Wir haben jetzt 12 Wochen lang nur in Eimern Waesche gewaschen, langsam war es mal an der Zeit, etwas in die Waescherei zu bringen. Allerdings hatte ich natuerlich die dreckigsten Stuecke abends schon im Eimer eingeweicht. Nass wollte ich sie ihm auch nicht in die Hand druecken. So kamen dann nur eine Hose, ein Hemd und ein T-Shirt zusammen. Um 5 sollte es fertig sein. Da war ich aber nicht im Hotel, so bekam ich die Sachen abends um 10. Naja, die Hose ist ganz gut sauber geworden. Aber der Kaffeefleck auf meinem schoenen Porous-Shirt war immer noch nicht ganz raus. |
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Geschrieben von Alex
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Freitag, 20. Januar 2006 |
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Lange schlafen kann man nicht im Zug. Vielleicht auch, weil ab um sechs die staendigen "Chai" und "Kofi"-Rufe der Verkaeufer nerven. Ich blickte aus dem Fenster und sah eine sattgruene Landschaft. An Wasser scheint es in Kerala keinen Mangel zu geben.  Willkommen in Ernakulam, Eisenbahnbruecke Mit etwas Verspaetung kam der Zug so gegen 10 Uhr an. Ich verliess den Bahnhof und hatte gar nicht erwartet, so eine grosse Stadt vorzufinden (das Internet sagt 2,2 Millionen Einwohner; so gross wirkt sie nun auch nicht, aber Inder stapeln sich ja bekanntlich enger). Wieder steckte ich mitten im Verkehrsgewimmel und hatte Schwierigkeiten, ueber die Strassen zu kommen. Eigentlich befand ich mich in Ernakulam, dem modernen Teil von Kochi mit Hotel-Hochhaeusern am Ufer und einer breiten MG Road (gibt es eigentlich in jeder Stadt, Mahatma Gandhi Road). Die Stadt ist ueber mehrere Landzungen verteilt, die untereinander mit Bruecken und Faehren verbunden sind. Dazwischen liegt ein grosses Hafengelaende mit vor Anker liegenden Schiffen und riesigen Oelspeichertuermen. |
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Geschrieben von Alex
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Donnerstag, 19. Januar 2006 |
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Ich hatte dem Uncle gesagt, dass er mich morgens um 8 wecken sollte, denn um 11 sollte der Zug abfahren. Um 7:30 haemmerte er dann auch gegen meine Tuer. Da war ich aber schon lange wach, nicht zuletzt deswegen, da er eine Stunde zuvor mit Riesenlaerm meinen Nachbar geweckt hatte. |
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Geschrieben von Alex
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Mittwoch, 18. Januar 2006 |
 Die Stadt der gelben Kuehe So, Susan ist nun schon in Chennai, ich werde ich mal den letzten Eintrag fortsetzen.Jedenfalls wurden wir beim Schwarzfahren erwischt. Wir hatten das Ticket nach Mysore Sonnabend Abend um 5 Minuten vor 8 (Schliesszeit) am Schalter in Bangalore gekauft. Eigentlich wollten wir nur wissen, ob es noch freie Plaetze gaebe, wir rechneten gar nicht damit, dass er uns auch noch ein Ticket verkaufen wuerde. Machte er aber doch, und da es schon so spaet war, fuellte er die Formulare selber aus. Wir sollten nur noch unsere Namen eintragen, angefeuert von seinen "do it fast"-Rufen. Das war wohl ein Fehler, denn wir sagten ihm, wir wollten Montag fahren. Montag war der 16., er trug aber den 17. ein. Auf den Tickets steht, man soll die Angaben kontrollieren, das war uns aber nicht aufgefallen. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 17. Januar 2006 |
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Subject: Re; confirmation Date: Di 17 Jan 2006 02:35:20 CET From: ...
Hello, we have received your application for the course which schedule form 19th to 30th 06.Your course is CONFIRMED so that you can do the needfule to take the course. for more detailse for confirmation pls find the attachment file.For the course pls report at the centre on 19th between 3 00pm to 5 00pm and the course ends on 30th by 6 30am till that your adivised to stay at the course site. Be happy, Vinayak, Dhamma setu.  Mysore - Chennai Bis jetzt aus Aberglaubensgruenden verschwiegen (ich wusste bis heute nicht, ob's auch klappt), muss ich jetzt doch mal meinen Plan fuer die naechsten - hilfe- 13 Tage veroeffentlichen. Damit sich Niemand wundert, wo ich in Alex' Berichten abgeblieben bin. Ich werde mich morgen Abend mal wieder in einen Sleeperzug begeben und ueber Nacht nach Chennai fahren um dort dann uebermorgen einen Vipassana- Meditationskurs zu starten. Der enthaelt taeglich vor 6 Uhr aufzustehen, 10 Tage nicht zu reden und wenig zu essen, weshalb mir jetzt doch langsam etwas mulmig ist. Aber ohne Fleiss kein Preis. Naja, passt nicht ganz aber ein bisschen. Inspiriert vom Holy Cow Buch (noch darf ich ja materialistisch sein- das ist das Buch rechts, was man bei Amazon kaufen kann..;-)), dessen Autorin auch so einen Kurs gemacht hat, und letztendlich, wenn ich das richtig verstanden hab, als positiv empfunden hat.  Susan steigt ein Dann ist mir Vipassana ein zweites Mal im Reisefuehrer ueber den Weg gelaufen, also hab ich mal im Internet geguckt und mir eigentlich das Zentrum in Bangalore ausgesucht. Aber die haben mir nie zurueck geschrieben sondern spaeter im Internet behauptet, der Kurs sei nur fuer Maenner (selbstverstaendlich gibt es Geschlechtertrennung). Also war ich eigentlich beleidigt, doch dann hat auch noch unser englischer Zimmernachbar in Calangute davon berichtet (ich haette jetzt lieber geschwaermt geschrieben, aber so war's nun auch nicht) und so ist es dazu gekommen. Leider haben wir heute festgestellt, dass es sich insgesamt nicht um zehn, sondern gleich 12 Tage, inklusive An- und Abreisetag, handelt, was gleich viel laenger klingt.
Wer sich dafuer interessiert (oder sich Sorgen macht, dass ich einer Menschenfressersekte in die Haende gefallen bin): http://www.dhamma.org Und Alex?  Bahnhof Mysore Ich habe nun ein paar Tage Zeit, um noch ein bisschen weiter in Richtung Sueden zu kommen. Am Sonnabend hatte ich mir schon ein Zugticket gekauft, mit dem ich am 30. Januar von Trivandrum nach Chennai fahren werde (wenn alles gut geht, hoffen wir es mal). Ich wusste bis heute Morgen noch nicht genau, wo ich denn unterwegs bis dahin eigentlich lang will. Aber dann hatte ich zwei Stunden Zeit in der Warteschlange am Bahnhof, um ein paar Formulare mit Zug- und Ersatzwuenschen auszufuellen. Und meine favorisierte Strecke hat sogar geklappt. Die Touristenquote hat mich gerettet, denn ansonsten waere schon alles ausgebucht gewesen. Reservierungen sind hier ein lustiges Stueck Arbeit. Wenn man es ordentlich machen will, muss man sich vorher die Zugnummer und den Namen des Zuges suchen und man kann an einem staendig umlagerten Terminal oder per Telefon sogar herausfinden, ob und in welcher Klasse es Tickets gibt und wenn nicht, wann wieder. Nebenbei sollte man sich natuerlich auch seines Alters und Geschlechts bewusst sein, um die entsprechenden Eintragungen vorzunehmen. Wenn man an der Reihe ist, sollte man seine Entscheidung schnell treffen, da die Terminals die Buchung nur fuer 20 Sekunden halten. Hat man sich dann noch nicht entschieden, wird diese wieder freigegeben und mit etwas Pech ist der letzte Platz weg. Die Zugnummern hatte ich fast alle vollstaendig und so habe ich mich in die Warteschlange eingereiht. Die ersten 50 Wartenden konnten auf Stuehlen platznehmen, dahinter standen dann noch einmal 20 Leute. Aber das taeuscht etwas, viele sitzen und warten ja auch zu zweit oder zu dritt wegen einer Buchung. Und wenn ein Schalter frei wurde, ging das lustige Weiterruecken los, so dass man ordentlich in Bewegung gehalten wurde. Punkt 14 Uhr wurden dann auch noch Closed-Schilder aufgestellt und vor allen drei offenen Schaltern die Gardinen zugezogen, denn nun war fuer eine Viertelstunde Pause. Alles in allem aber ein ganz gesittetes System hier in Mysore.Und wie sieht die Planung nun aus? Mittwoch um kurz vor 8 abends bringe ich Susan zum Bahnhof. Verabschiedung fuer fast zwei Wochen. Danach versuche ich dann, Ordnung und Platz in meinen Rucksack zu bringen, um am naechsten Tag um 11 nach Bangalore zu fahren. Den Aufenthalt dort nutzen, um das defekte Trackpad tauschen zu lassen. Und dann um 21:45 wieder im Zug nach Kochi zu sitzen bzw. liegen und irgendwann am naechsten Tag in Kochi einzutreffen. Dann bin ich wieder an der Kueste, diesmal im Bundesstaat Kerala und werde mal sehen, ueber welche Strecke ich nach und nach Trivandrum per Bus erreiche. Die Berge rund um Coorg oder Ooty waren ja auch verlockend, aber dazu ist die Zeit wohl ein bisschen zu knapp. Ich kann sowieso nicht ganz Indien sehen, nicht einmal in viereinhalb Monaten. |
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Geschrieben von Susan
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Montag, 16. Januar 2006 |
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- wird fortgesetzt - Fortsetzung im uebernaechsten Artikel  Die Schwimmbad-Dunkelkammer Auf nach Mysore, in Bangalore haben wir uns lange genug aufgehalten. Obwohl wir schon extra zwei Mal um einen Tag verlaengert haben, hab ich es nie zum Klamottenkauf geschafft. Ueberall, also wirklich an jeder Ecke standen lockende, hypermoderne Einkaufszentren und riefen mir zu, aber immer musste vorher noch irgendwas Anderes erledigt werden. Wir waren schon ganz schoen aktiv und hatten jeden Tag viel vor. Leider hat uns aber in Bangalore das boese Langschlafvirus ergriffen. Es nahm besonders erschreckende Ausma¤e an, nachdem wir nach drei Tagen in ein gefaengniszellenartiges Zimmer umgezogen sind. Dass es gar kein richtiges Fenster hatte, war mir bei der Besichtigung irgendwie entgangen. Wahrscheinlich weil all meine Aufmerksamkeit dem Fernseher entgegenkam, der sich stattdessen im Raum befand. Zusammen eine gefaehrliche Kombination. Nach einiger Zeit ohne Fernseher (na gut, eigentlich nur seit Bijapur - aber das war ja auch Weihnachten und zaehlt nicht richtig) wurden wir auf einmal mit gleich drei Sendern konfrontiert, die 24 Stunden lang Spielflme zeigen. Auch mitten in der Nacht. Einmal kam sogar Sex and the City! Natuerlich ist Fernsehen doof, noch dazu wenn man eine spannende Stadt vor der Tuer hat.. aber wenn man schonmal dafuer bezahlt hat.. Also haben wir bis spaet in die Nacht Filme geguckt. Und sind morgens in unserer Dunkelkammer nicht aufgewacht. Es gab zwar ein Fenster (aus dunkelgrauem Plastik - also keine tolle Lichtquelle) zum Flur raus, aber da es immer irgendwo ein paar interessierte Beobachter gibt, haben wir das ueber Nacht geschlossen. Was ausser Dunkelheit (bei Bedarf von einer der hier sehr beliebten Neonroehren in romantisches Licht getaucht) noch bedeutete, dass gegen Morgen der Sauerstoff langsam weniger wurde und man noch besser schlief. Und selbst nach dem Aufstehen war es nicht einfach, richtig wach zu werden, denn noch etwas war mir bei der Zimmerwahl entgangen- es gab keine Dusche. Also, es gab schon einen Duschkopf, aber auf die Moeglichkeit, dass der ausschliesslich zu Dekorationszwecken angebracht war und gar keinen Wasseranschluss hatte, darauf bin ich einfach nicht gekommen. |
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Geschrieben von Alex
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Freitag, 13. Januar 2006 |
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Heute war der Organisationstag. Wir haben uns mal um unser fehlendes Ticket gekuemmert. Und es ging alles drunter und drueber und hin und her und wieder anders. Doch nun haben wir einen Flug von Kalkutta nach Bangkok und werden am 17. Maerz nach Thailand fliegen. Eigentlich wollten wir ja von Indien nach Kuala Lumpur, Malaysia und von dort mit dem Zug nach Thailand einreisen. Begonnen hatte es ja schon vor zwei Tagen, als wir am Flughafen nach Preisen fragten. Und die lagen ungefaehr so: Jet Airways 24.000 Rs, Indian Airlines 22.000 Rs, Air India sagte am Telefon etwas von 13.000 Rs. Abflughaefen waren entweder Kalkutta oder Chennai. Alles zu teuer und die anderen vertretenen Fluggesellschaften boten nur Inlandsfluege oder keine nach Kuala Lumpur an. Unbefriedigende Situation. Gestern waren wir dann im Reisebuero und bekamen schon mal einen besseren Preis: mit Air India fuer 7.600 zuzueglich ca. 1.400 Steuern. Und das Internet sagte dazu: 7.740 inklusive 1.400 Steuern. Wir wollten diesen Preis. |
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Geschrieben von Alex
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Donnerstag, 12. Januar 2006 |
 Purple Haze Bar Wir haben den "best place in Bangalore" gefunden, wie uns zwei Inder gleich versicherten. Wir sind hier immer viel unterwegs, surfen mit den Bussen durch die Stadt und kommen immer erst spaet in unser Zimmer. Dann kann man natuerlich nicht gleich schlafen gehen, laedt noch Bilder auf den Rechner, schreibt Texte oder guckt doch noch mal in den Fernseher. Und so ist es meist schon um 3:00, bevor das Licht ausgeht. |
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Geschrieben von Susan
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Dienstag, 10. Januar 2006 |
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Einen neuen Artikel habe ich noch, allerdings etwas weiter unten oder hier:  Gemini Circus Heute hab ich den Hauptteil des Tages mit der Suche nach einem billigeren Hotel verbracht. Extra, damit wir puenktlich zur CheckOut-Time um drei Uhr umziehen koennen. Keine Muehe war zu viel, ich hab bestimmt 10 Hotelzimmer besichtigt, ueber Preise verhandelt und zahlreiche Visitenkarten eingesackt. Und wer war natuerlich nicht rechtzeitig da um meine Erfolge zu wuerdigen - Alex. Schuld waren mal wieder die aeusserst lahmen Busse und das eigenwillige Strassennetz. Jaja, aber so konnte ich wenigstens in Ruhe Notting Hill im Fernsehen gucken. Wir haben naemlich schon wieder ein Zimmer mit TV. Ausserdem - wurde ja auch mal wieder Zeit - ein paar kleine Mitbewohner mit langen Fuehlern. Aber die koennen's nicht annaehernd mit den Megateilen von Calangute aufnehmen. |
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Geschrieben von Alex
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Sonntag, 8. Januar 2006 |
 Der Bus Wir haben Goa gestern nun endgueltig den Ruecken gekehrt und sind ueber Nacht mit vollem Gepaeck nach Bangalore gereist. Mit demselben Reiseunternehmen wie ich schon vor einem knappen Monat. Allerdings kann man auch locker noch etwas mehr Verspaetung einfahren als damals, wie wir heute erfahren konnten. Unser Bus sollte um 18:30 in Panjim starten. Gegen 19:00 wurde uns dann mitgeteilt, dass es ein Problem mit dem Bus geben wuerde und wir bis Margao in einem anderen Bus ohne Schlafkabinen fahren muessten. Na gut, so weit ist es bis Margao ja nicht. Irgendwann kam der Bus dann auch, nur wollte er aus unerklaerlichen Gruenden nicht losfahren und so sassen wir und warteten weiter. Spaeter liess er sich dann doch mal ein Stueck rueckwaerts rollen, legte einen Gang ein und nach drei Versuchen war dann auch der Motor an. Es ging los. In Margao mussten wir natuerlich wieder warten, 10 Minuten sollten es sein. Den genauen Faktor zur Umrechnung indischer in deutsche Minuten haben wir noch nicht ermittelt, aber dafuer lernten wir eine Hollaenderin kennen. Sie lebt seit 5 Monaten in Nepal und unterrichtet dort kleine Lamas in einem Kloster. |
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Geschrieben von Alex
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Mittwoch, 4. Januar 2006 |
 an der Faehre Heute war es soweit. Wir wollten den Israelis nicht mehr nachstehen, die hier staendig mit ihren Scootern und Bikes durch den Ort knattern. Also haben wir uns auf die Suche nach einem Motorrad gemacht. Es sollte ein richtiges Motorrad sein, das kleine Ding neulich war natuerlich nur fuer die Anfangssucht ausreichend und eine nicht automatische Schaltung macht eh viel mehr Spass. |
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Fotobuch |
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