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Puna - letzter Tag |
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Geschrieben von Susan
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Samstag, 17. Dezember 2005 |
 Shivajunge Auch heute bin ich frueh aufgestanden, denn ich hatte ein Ticket fuer die 9 Uhr 15 Besichtigungstour in Punas Bhagwan Rajneesh-Ashram, inzwischen International Osho Meditation Resort genannt. Ja, das war der mit den 50 Rolls Royce, obwohl er keinen Fuehrerschein besass. Das Ticket hatte ich von den beiden Israelis, die eigentlich hingehen wollten, aber dann doch ueberstuerzt aus Puna abgereist sind, weil es ihnen gereicht hat. Also bin ich frueh los, hab die Horden von dunkelrot gewandeten Europaeern (daran erkennt man die wahren Oshoinsider, denn innerhalb des Ashrams duerfen nur zwei Farben getragen werden - "maroon" tagsueber und fuer abendliche Aktivitaeten weiss) verfolgt und bin auch fast puenktlich angekommen. Ich bekam ein grosses Schild "Tour" zum Anknipsen und wurde in einen Fernsehraum gefuehrt. Die Israelis hatten ja erzaehlt, dass die Nachmittagstour gestern schon voll gewesen waer und ich das zweite Ticket bestimmt noch teuer weiterverkaufen koennte. Doch grad mal die Haelfte der vielleicht dreissig Plastestuehle war besetzt. Erstaunlicherweise vor allem mit skeptisch guckenden Indern. Anscheinend wuerde die Tour also mit einem Video beginnen. Inzwischen lief schonmal Meditationsmusik, um die unruhigen Besucher in die richtige Stimmung zu bringen. Eine Frau schlief schon, doch schliesslich kamen zwei Maenner in roten Roben und begannen die Vorstellung. Der Fernseher wurde angeschaltet. Bombay in Zeitlupe, dazu eine unheimliche, einschlaefernde Maennerstimme die erstmal den Anfahrtsweg zum Osho Zentrum beschrieb. Noch ein paar Lobpreisungen ueber Indien, dann ein paar begeisterte Weisse, die erzaehlten, wie Osho ihr Leben veraendert hat. Mein Favorit war ein Ralf Bauer-Double, der alle Vorteile eines Oshoaufenthaltes aufzaehlte. Als erstes das wunderbare Bioessen, dann natuerlich die grossartigen Meditationskurse und dann, hmm, hier musste Ralf eine ganze Weile ueberlegen- ach ja, tolle Leute gibt es auch! Als Naechstes ein paar eindrucksvolle Bilder der Anlage und wieder die unheimliche Stimme, die weitere Vorzuege aufzaehlte: Zimmer mit Klimaanlage, Indiens modernste Kueche, Sauna, Fitnesscenter, Swimming Pool, Bauchtanz und sogar eine Disko! So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt, es hat sogar schon Breakdancekurse und Rockkonzerte gegeben, wo war denn die Erleuchtung versteckt? Immerhin wurde versprochen "Life will be like a festival".
 noch mehr Jungen Damit war das Video dann auch zu Ende. Aber der Fernseher flackerte weiter, kein rotgewandeter Erretter kam, ihn auszumachen oder zu sagen, was als Naechstes passiert. Hm, ob das jetzt alles war? Nachdem Einer aufstand, standen unschluessig mal alle auf. Vielleicht war jetzt die Zeit, sich die ausgestellten Buecher anzusehen. Irgendwann kamen die Beiden in rot wieder und die Besucher wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Leute mit weissem "Tour"-Schild nach links, rote Schilder nach rechts. Dauerte ein bisschen, bis Jeder die Aufforderung verstanden hatte. Ich hatte ein rotes Schild- als Einzige. Oh, war ich etwas Besonderes und wuerde eine Extrafuehrung bekommen? Doch damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet und ich durfte trotz andersfarbigen Schild bei den Anderen mitlaufen. Es wurde noch ein absolutes Redeverbot verhaengt, dann gings los. Im Gaensemarsch hinter einem jungen Inder hinterher, unter dessen roter Robe riesige Turnschuhe vorguckten. Das Tourschild waer auch nicht noetig gewesen, schon so war offensichtlich genug, dass wir Besucher waren, schliesslich trugen alle Anderen Einheitsfarbe. Zuerst wurde vor einer Tafel gestoppt, auf der die angebotenen Meditationskurse aufgefuehrt waren. Als Naechstes gings zur grossen Meditationspyramide, sie fuenf MInuten lang andaechtig betrachten. Dann noch eine Runde an den Shops vorbei und das wars. Die Tourschilder wurden ohne ein Wort des Abchieds eingefordert, und schon waren die meisten Besucher Richtung Ausgang verschwunden. Ich bin noch mit einem Londoner Inder zum Ticketschalter gegangen, Preise erfragen. Man muss ein Startgeld beim ersten Besuch bezahlen, dann eine Gebuehr pro Tag, Essengutscheine kaufen und viele Kurse und die Zimmer kosten auch nochmal extra. Also sind wir wieder gegangen, er ein Hotel suchen und ich zum Bahnhof, einen Bus nach Hampi suchen. |
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