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Das wurde ja dann meine Tagesaufgabe, doch letztendlich hab ich doch noch einen Platz in einem Bus bekommen, der nicht in letzter Sekunde ausfiel oder schon voll war. Natuerlich nicht bis Hampi, aber immerhin bis Bijapur auf halber Strecke.  Fotofreund Bis zur Abfahrt nachts um halb eins hatte ich noch 7 Stunden Zeit. Zuerst musste ich mal mein Gepaeck aus dem Zimmer holen, check out time war bestimmt schon lange ueberschritten. Kurz vor meinem rettenden ex-Zuhause kam dann ein wuester aber netter Typ zu mir und erzaehlte mir, dass er im Park nebenan wohnt, ganz allein ist und noch vieles mehr, was ich aber nicht verstanden hab. Weil ich so begeistert von seinem gruseligen Aussehen war hab ich gefragt, ob ich ein Foto von ihm machen kann. Die Inder taeuschen da keine falsche Schuechternheit vor, fotografiert zu werden ist fuer sie ein grosser Spass. (...)
Auf unsere Fotovereinbarung musste sich natuerlich auch die Hand gegeben werden (Haendeschuetteln ist sogar noch beliebter als fotografiert werden - jeden Tag geben wir auf der Strasse Unmengen von Fremden die Hand, manchmal muss man seine Hand dann richtig losreissen, um weiter gehen zu koennen). Huuuh, aber die Hand, die sich mir jetzt grad entgegenstreckte, war ein bisschen gruselig und nicht besonders schuettelfreundlich. Die langen und spitzen Findernaegel waren ja noch faszinierend aber meinem neuen Freund fehlte der Mittelfinger. Beziehungsweise fehlte er nicht ganz, sondern da war noch ein dunkelroter und ganz schoen ungesund aussehender Fingerstumpf. Da war wohl ein Ring Schuld wurde mir gleich erklaert und schliesslich hab ichs auch geschafft, die Hand herzlich zu schuetteln. Dann musste ich erstmal die Kamera holen und auf dem Weg dahin wurde allen, die sich im Umkreis von 20 Metern befanden zugerufen, dass ich englisch spreche und wir jetzt ein Foto machen. Nach dem Foto hat er mir noch eine Hautkrankheit am Hals gezeigt, eine Flasche in den ordentlichen Guesthousevorgarten geschmissen und dann hab ich mich mit dem Versprechen, ihn bei meinem naechsten Punabesuch in seinem Park zu besuchen, verabschiedet. Dann hab ich schnell meine Sachen zusammen gepackt, musste aber vorher noch an der halb offenen Tuer meines Zimmernachbarn vorbei, der gerade nackt in seinem Zimmer herum huepfte. Nachdem er nicht mehr nackt war, hat er erzaehlt, dass er fuer drei Wochen im Osho Zentrum arbeiten will und dafuer dann keinen Eintritt bezahlen muss. Die restliche Zeit bis zur Busabfahrt hab ich im Internetcafe, diversen dunklen Restaurants (war mal wieder Stromausfall) und im Kino verbracht. Kino war nochmal ein Erlebnis, viel toller als das Multiplex beim letzten Mal. Ich hab auf den Reisefuehrer gehoert und einen teureren Balkonplatz genommen. Angeblich werden die weniger gebildeten Maenner auf den billigen Plaetzen von den heissen Tanzszenen im Film manchmal so angespornt, dass Frauen lieber fluechten sollten. Also sass ich zwischen der Kinoelite, neben einem netten Anwalt. Und diesmal war auch wirklich was los, jeder neue Schauspieler wurde mit lauten Pfiffen und Jubeln begruesst, es wurde herzhaft gelacht und waehrend des dreisekuendigen Stromausfalls brach fast ein Aufstand los. Der Film war auch besser als der Letzte und trotz Hindi konnte ich der Handlung ohne grosse Probleme folgen. Mal wieder gab es einen wahnsinnig coolen Typen, der sich von seinen Freunden zu lustigen Betruegereien hinreissen laesst, deswegen Aerger mit seiner neuen Freundin hat und selbstverstaendlich ein paar Tanzszenen. Wichtig ist auch, dass das Gateway of India vorkommt, es ansonsten aber nie aussieht wie in Indien. |