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Oh, so schnell ist ein Monat um. Kommt uns noch gar nicht so lange vor, aber einige Sachen auch schon so weit weg. Geldmaessig liegen wir erfreulich gut, wir fuehren ja Buch ueber die Ausgaben, selbst ueber kleine Betraege. Zum Glueck hat uns der beliebte Angriff auf das Verdauungssystem bisher nicht ereilt, auch wenn uns andere Leute schon einige Sachen erzaehlt haben. Na lieber nicht dran denken. Aber wir essen ja auch gesunde Sachen und viel Obst und an das scharfe Essen haben wir uns auch weitgehend gewoehnt und wissen auch, was wir nicht gern essen. Ich habe in den letzten Tagen etwas Neues fuer mich entdeckt. Porridge, so eine englische Hafergruetze, von der ich bisher noch gar nichts gehoert hatte. Schmeckt sehr gut mit Bananen untergemanscht. Oder Cornflakes mit Joghurt und gemischten Fruechten. Warum kam ich eigentlich nie frueher darauf, Milch durch Joghurt zu ersetzen? Inzwischen sind wir am Paradise Beach angekommen. Wir hatten uns entschieden, mit dem Fischerboot ueberzusetzen. Hoert sich vielleicht nicht so abenteuerlich an wie der Pfad durch den Dschungel, aber den kannten wir ja schon vom Vortag. Und Spass gemacht hat es auch. Denn wenn der Om Beach schon "deep and dangerous" war, so ist Paradise das Paradies der Wellen. Und die beiden Fischer versuchten 10 Minuten lang, uns an den Strand zu setzen. Es klappte nicht. 10 Minuten Wellenrummel, dann gaben sie auf und probierten es zwischen ein paar Felsen weiter noerdlich. Das klappte dann, aber ich war bis zum Oberschenkel nass und die Rucksaecke konnten wir nur gerade so noch vor den Wellen retten. Paradise Beach erinnert schon ganz schoen an "The Beach", inklusive einem franzoesischen Leonardo Di Caprio-Imitat mit passender Reisszahnkette. Hier hausen vielleicht 30 Leute, die meisten bleiben ganz schoen lange hier und kennen sich schon ziemlich gut. Gewohnt wird in kleinen Huetten oder Haueschen, manche spannen ihre Haengematte in den Felsen ueber dem Strand auf. In seiner eigenen Huette wohnt Hippie-Rainer, ein Deutscher mit zugewuchertem Gesicht, der seit 7 Jahren hier ist und den locals mit ihren Strandhuetten auf die Spruenge hilft. Ganz so selbstlos, wie er tut, ist dann aber wohl doch nicht. Abends gibt es ein weiteres Imitat zu sehen - Bob Marley kommt vorbei, mit seinem jamaikanischen Urwaldtanga und der Gitarre und saemtlichen Bob Marley-Songs im Kopf. Es gibt drei Strandhuetten hier, in der, in der man wohnt, wird angeschrieben. Getraenke nimmt man sich aus der Eiskiste und traegt sie in ein Buch ein, Essen kriegt man von den netten Betreibern, die auch den Garten pflegen. Wir wohnen naemlich im Om Shanti Garden, einer Ansammlung von Palmen und Bananenstauden mit liebevoll arrangierten Lehmbaenken und selbstgebauten Bambusschaukeln dazwischen. Nach einer einjaehrigen Spielsperre (es stand 1:1, wir wollten dann kein Entscheidungsspiel) haben wir auch wieder die Schachsaison eroeffnet. Und ein neues Spiel kennengelernt: Carrom, ein indisches Brettspiel, eine Art Kreuzung aus Tischkick und Billard mit einer Prise Eishockey aber ohne Eis und dafuer mit Gleitpulver. Wir ueben noch.
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