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Auf die harte Tour Drucken
Geschrieben von Alex   
Mittwoch, 28. Dezember 2005

Schneckenbusse
Schneckenbusse
Wir haben uns wieder auf den Weg nach Goa gemacht. Aber diesmal war es eine wirklich harte Tour. Wir nahmen den staatlichen Bus nach Panjim, der gestern Abend um 21:00 Bijapur verlassen und neun Stunden brauchen sollte. Aus unserem Hotel mussten wir schon um 17:00 auschecken, hatten also noch eine Menge Zeit zu vertreiben. Eigentlich wollten wir ins Kino gehen, aber zu Beginn der 6-Uhr-Vorstellung sassen wir noch beim Essen. Na mit einer guten halben Stunde Verspaetung ist der Bus dann auch abgefahren. Auch er wurde voll, aber wir haben unser neues System ausprobiert. Susan draengelt sich ohne Gepaeck gleich in den Einstieg und verteidigt die ergatterten Plaetze, waehrend ich mich mit dem gesamten Gepaeck hinterherwuehle. Hat auch ganz gut geklappt, es gab nur ein bisschen Gezeter von zwei Typen, die sich gleich neben Susan setzen wollten. Und dann kam die Polizei in den Bus. Zwei Polizisten mit ihren Schlagstoecken aus Bambus, die hier als Standardwaffe eingesetzt werden. Security? Nee, es muss sich wohl um einen Gefangenentransport gehandelt haben, denn sie fuehrten einen Zivilisten mit, der sich hinsetzen musste, waehrend ein Polizist die ganze Zeit neben ihm stand. Und der wurde auch richtig hart rangenommen, nach einiger Zeit gab es erstmal ein paar Backpfeifen und einen festen Abfuehrgriff in die Haare, obwohl er keine fuer uns ersichtliche Fehlhandlung begangen hatte. An der ersten Station stiegen sie dann aus, sicher war die Polizeiwache ihr Ziel.

Ansonsten war die Tour wirklich hart. Wir hatten wieder einen dieser Busse mit den Baenken. Und die sind so eng und klein, dass es bei meiner Groesse eigentlich unmoeglich ist, sich bequem hinzusetzen. Nebenbei wurde im Bus noch auffallend geniest und gehustet, gern auch mal direkt in unsere Richtung aus kurzer Distanz. Spaeter banden sich die meisten Leute Tuecher vor den Mund, da der Staub der nicht asphaltierten Strasse sich ordentlich im Bus bemerkbar machte. Wir verwandelten die grosse Stoffbahn unserer Haengematte in ein Ueberwurfzelt und verschwanden darunter. Frueh morgens, als wir uns die Berge runterkringelten, bekamen wir auch noch eine kostenlose Jeepsafari. Die Piste war dermassen schlecht, dass einem schon fast schlecht wurde vom Geruettel. Aber natuerlich musste ueberholt werden. Das sieht dann toll aus, wenn zwei Busse nebeneinander fahren und so schaukeln, dass sich die Daecher fast beruehren, obwohl sie am Boden 1,5 Meter voneinander entfernt sind.

Morgens um neun waren wir dann in Panjim. Aber auf eine Nachtfahrt im staatlichen Bus werden wir erstmal eine Weile verzichten.

 
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