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Der zweite Monat in Indien
Der erste Regen und falscher Schlangenalarm Drucken
Geschrieben von Alex   
Donnerstag, 1. Dezember 2005
 
Die Schnecken verlaengern weiter Drucken
Geschrieben von Alex   
Donnerstag, 1. Dezember 2005

Das Reisefieber ist ungebrochen. Und da wir ja mindestens jeden zweiten Tag ein Abenteuer einlegen muessen, sind wir heute ueber steile Klippenpfade, grosse Steinansammlungen und durch den Urwald gewandert. Nachdem wir Kootlee und Om Beach hier nahe Gokarna schon kannten, haben wir schliesslich Half Moon und Paradise Beach entdeckt. Und Paradise hat uns einfach gut gefallen. Da das fuer die kurze Rundreise mitgenommene Geld immer noch nicht alle ist, werden wir uns also morgen wieder ein bisschen Gepaeck auf den Ruecken schnallen und ins Paradies aufbrechen.

Wir koennten jetzt auch noch von "Hundertwassers" Hippie-Paradies erzaehlen, das wir heute am Half Moon entdeckt haben. Oder ueber die grossartigen Wellen am "deep and dangerous" Om Beach. Oder die Krabben, die hier ueber den Strand flitzen. Aber das Internet ist hier etwas teurer und unzuverlaessig, muesst ihr euch also noch eine Weile gedulden. Aber wir fuehren ja Tagebuch und schreiben auf Papier.

Und dann gibt es diesen Monat bestimmt auch mal das Alexdesign und ein paar Neuerungen und viele Fotos sowieso. Also guckt ab und zu mal rein, bald passiert wieder mehr.

 
Ein Monat ist schon um Drucken
Geschrieben von Alex   
Donnerstag, 1. Dezember 2005

Oh, so schnell ist ein Monat um. Kommt uns noch gar nicht so lange vor, aber einige Sachen auch schon so weit weg. Geldmaessig liegen wir erfreulich gut, wir fuehren ja Buch ueber die Ausgaben, selbst ueber kleine Betraege. Zum Glueck hat uns der beliebte Angriff auf das Verdauungssystem bisher nicht ereilt, auch wenn uns andere Leute schon einige Sachen erzaehlt haben. Na lieber nicht dran denken. Aber wir essen ja auch gesunde Sachen und viel Obst und an das scharfe Essen haben wir uns auch weitgehend gewoehnt und wissen auch, was wir nicht gern essen. Ich habe in den letzten Tagen etwas Neues fuer mich entdeckt. Porridge, so eine englische Hafergruetze, von der ich bisher noch gar nichts gehoert hatte. Schmeckt sehr gut mit Bananen untergemanscht. Oder Cornflakes mit Joghurt und gemischten Fruechten. Warum kam ich eigentlich nie frueher darauf, Milch durch Joghurt zu ersetzen?

Inzwischen sind wir am Paradise Beach angekommen. Wir hatten uns entschieden, mit dem Fischerboot ueberzusetzen. Hoert sich vielleicht nicht so abenteuerlich an wie der Pfad durch den Dschungel, aber den kannten wir ja schon vom Vortag. Und Spass gemacht hat es auch. Denn wenn der Om Beach schon "deep and dangerous" war, so ist Paradise das Paradies der Wellen. Und die beiden Fischer versuchten 10 Minuten lang, uns an den Strand zu setzen. Es klappte nicht. 10 Minuten Wellenrummel, dann gaben sie auf und probierten es zwischen ein paar Felsen weiter noerdlich. Das klappte dann, aber ich war bis zum Oberschenkel nass und die Rucksaecke konnten wir nur gerade so noch vor den Wellen retten.

Paradise Beach erinnert schon ganz schoen an "The Beach", inklusive einem franzoesischen Leonardo Di Caprio-Imitat mit passender Reisszahnkette. Hier hausen vielleicht 30 Leute, die meisten bleiben ganz schoen lange hier und kennen sich schon ziemlich gut. Gewohnt wird in kleinen Huetten oder Haueschen, manche spannen ihre Haengematte in den Felsen ueber dem Strand auf. In seiner eigenen Huette wohnt Hippie-Rainer, ein Deutscher mit zugewuchertem Gesicht, der seit 7 Jahren hier ist und den locals mit ihren Strandhuetten auf die Spruenge hilft. Ganz so selbstlos, wie er tut, ist dann aber wohl doch nicht. Abends gibt es ein weiteres Imitat zu sehen - Bob Marley kommt vorbei, mit seinem jamaikanischen Urwaldtanga und der Gitarre und saemtlichen Bob Marley-Songs im Kopf. Es gibt drei Strandhuetten hier, in der, in der man wohnt, wird angeschrieben. Getraenke nimmt man sich aus der Eiskiste und traegt sie in ein Buch ein, Essen kriegt man von den netten Betreibern, die auch den Garten pflegen. Wir wohnen naemlich im Om Shanti Garden, einer Ansammlung von Palmen und Bananenstauden mit liebevoll arrangierten Lehmbaenken und selbstgebauten Bambusschaukeln dazwischen.

Nach einer einjaehrigen Spielsperre (es stand 1:1, wir wollten dann kein Entscheidungsspiel) haben wir auch wieder die Schachsaison eroeffnet. Und ein neues Spiel kennengelernt: Carrom, ein indisches Brettspiel, eine Art Kreuzung aus Tischkick und Billard mit einer Prise Eishockey aber ohne Eis und dafuer mit Gleitpulver. Wir ueben noch.

 
Naechtlicher Besuch Drucken
Geschrieben von Alex   
Freitag, 2. Dezember 2005

Katzensperre
Katzensperre
Die erste Nacht in unserer neuen Behausung und wir bekamen gleich Besuch. Allerdings unerwuenschten. Nachdem wir eh schon schlecht einschlafen konnten (eigentlich eine Seltenheit in letzter Zeit), ging nachts um drei auch noch lautes Gemauze los. Eine Katze war auf dem Holzstapel an der Hauswand hochgeklettert und steckte nun zwischen Wand und Dach und miaute uns voll. Oh nein, bitte nicht, wir wollten doch schlafen. Gute zwei Minuten ging das so und es schien, als ob sie auch nicht mehr aufhoeren wolle. Aber sie hatte sich noch etwas besseres ausgedacht. Sie sprang, landete auf dem Moskitonetz und dann auf meinem Bauch. Zum Glueck lagen wir unter dem Schlafsack, so konnte sie sich wenigstens nicht an mir festkrallen. Taschenlampen an, Tuer auf - aber die Katze wollte nicht gehen. Bestimmt hatten wir ihre Huette besetzt und sie war beleidigt. Nachdem alles gute Zureden nichts half, musste Susan sie packen und vor die Tuer setzen. Jetzt haben wir ein paar kleine Loecher im Moskitonetz.

Aber so einfach wollte sie nicht aufgeben. Nach einer Weile sass sie wieder oben. Nicht schon wieder. Mit anhaenglichen Tieren machen wir hier einige Erfahrungen. Wir konnten uns nur helfen, indem wir eine Wasserflasche als Sperre in die Luecke quetschten. Mit der hat sie sich dann noch eine Weile beschaeftigt. Bis sie es eingesehen hat. Und wir schlafen konnten.

Da ist der kleine Gecko doch schon etwas angenehmer, der auf der anderen Seite des Daches ab und zu mal neugierig in unser Zimmer guckt.

 
Die Entdeckung Belekhans Drucken
Geschrieben von Alex   
Samstag, 3. Dezember 2005

So, Lonely Planet und Loose-Verlag, heute haben wir mal was fuer euch. Warum schickt ihr die Reisenden eigentlich ueber die lange und anstrengende Tour ueber die anderen Straende zum Paradise? Ist ja nicht schlecht, aber ihr koenntet doch zumindest einmal erwaehnen, dass nach Belekhan ein Bus faehrt. Und dieses Dorf nur durch einen viertelstuendigen Weg durch den Wald und ueber den Berg vom Paradise Beach getrennt ist. Aber nein, da muss uns erst Hippie-Rainer die Sache erzaehlen. Aber so wissen wir nun schon, wie wir unsere Rueckkehr beginnen werden.

Na jedenfalls mussten wir das heute gleich mal ausprobieren und sind nach Belekhan gewandert. Es gibt keine Fotos, die Speicherkarten waren voll und Susans Kamera hatte keinen Strom mehr. Aber so sehr viel gab es dort auch nicht zu sehen. Ein paar Haeuser, ein ueberdimensioniertes "Welcome to Belekhan"-Schild und eine flache Bucht mit einem Haufen Fischerboote - das war es auch schon. Na und Kuehe, aber die gibt es ja hier ueberall. Ach doch, die Bruecke haetten wir gern fotografiert. Eine alte Steinkonstruktion, die eigentlich ueber den kleinen Bach fuehren soll, nun aber halb eingefallen mitten in der Luft steht. Anscheinend springen die Leute lieber ueber die paar Steine, die dort im Bachbett liegen. Haben wir auch so gemacht. Auf dem Rueckweg hatte sogar der General Merchant im Ort seinen Kramladen geoeffnet und so konnten wir doch noch unseren Bedarf an Keksen und Suessigkeiten decken.

Abends hat Rainer Kingfish in Kraeutermarinade gebraten, den er frisch aus Gokarna geholt hat. War ganz lecker. Und Leonardo erzaehlte uns beim Carrom-Spielen, dass er in den Waeldern rings um das Dorf schon einen Leoparden gesehen hat.

 
Zurueckgeschneckt Drucken
Geschrieben von Alex   
Montag, 5. Dezember 2005

Abfahrt in Belekhan
Abfahrt in Belekhan
Heute einmal rueckwaerts. Da nur drei Busse taeglich von Belekhan nach Gokarna fahren und unser Zug um 11:00 abfahren sollte, mussten wir den entsetzlich fruehen Bus um 07:15 nehmen. Der Wecker klingelte um 06:00, kurz danach ging die Sonne rasend schnell auf. Schnell ueber den Berg und durch den Wald und dann sassen wir auch schon im Bus.

Unsere zwei Stunden Aufenthalt in Gokarna haben wir mit einem ausgiebigen Fruehstueck begonnen. Dabei trafen wir den Spanier, der gestern sein neues spanisches Restaurant eroeffnet hatte und ganz enttaeuscht war, dass wir schon abreisten und gar nicht seine Gaeste werden wuerden. Aber es gab leckere Bananenpfannkuchen und auch mal Kaffee ohne Zucker. Und gleich nebenan auf dem Tempeldach sassen sie: Unsere ersten Affen, die wir richtig sehen konnten.

Einkaufen waren wir auch noch. Wir verfuegen jetzt ueber zwei Haengematten und - unausweichlich - eine CD mit den Hits der 24 letzten Bollywood-Erfolge. Also gute 100 Titel als MP3 - wir sind noch nicht ganz durch mit dem Anhoeren. Sie nennt sich eigentlich "Filmi Earthquake", wobei die legasthenischen Raubkopierer gleich mal "Eartqauke" gedruckt haben. Aber was will man auch erwarten fuer 80 Rupies.

Heute fuhr der Zug zumindest ungefaehr so, wie er auch ausgewiesen war. So nutzten wir den Tag, um in Margao und Panjim noch ein bisschen herumzuschlendern. Und in Panjim trafen wir sie dann auch endlich: Mitten auf dem Buergersteig in der Naehe eines Seitenarmes des Mandovi-Flusses schlaengelte sie sich rueber in die Buesche - unsere erste Schlange. Allerdings ein kleines Miniexemplar, ca. 40 cm lang und vielleicht einen Zentimeter dick. Susan sah sie und wies mich darauf hin, waehrend die Inder kaum Notiz von ihr nahmen. Naja, war ich ja ganz froh, dass meine erste Schlange nicht eine Kobra in der Dunkelheit gewesen ist.

Wir gehen jetzt mal rueckwaerts vor. Also wer die ganze Geschichte kennen will, muss in den naechsten Tagen ab und zu noch ein bisschen runterscrollen. Und Fotos kommen auch noch. Es sind so viele geworden, wir sind noch am Aussortieren.

 

 
Weihnachtsinder und Thomas, das Schwein Drucken
Geschrieben von Susan   
Mittwoch, 7. Dezember 2005

Heute war es soweit - die Weihnachtsstimmung hat letztendlich auch Indien erreicht. Schon auf der Rueckfahrt von Gokarna haben wir einen extra Weihnachtsladen gesehen, dazu ein paar Staende mit Weihnachtskarten, Schneemannaufkleber mit der Aufforderung "Let it snow" an Fenstern und endlich auch die unvermeidlichen Weihnachtslieder. Beim Mittag noch dezent in die Hintergrundmusik eingeschmuggelt, gab es zum Abend bereits einen Liveauftritt von fünf indischen Nachwuchsweihnachtsmaennern zum Nachtisch.

Nikolaus
Nikolaus
Und bei mir war sogar der Nikolaus und hat leckere Munchling-Schokoriegel gebracht. Und nachdem Alex' Bart nun seine Aufgabe erfuellt hat, ist der jetzt wieder ab. Allerdings gab es noch eine kurze, doch schrecklich anzusehende Phase des Schnauzers. Bei Indern ist ja so ein Schnurrbart sehr angesehen und da wollte Alex natuerlich nicht zurueckstehen. Bei mir stieg sein Ansehen als Mr. Moustache allerdings nicht gerade und nach einem letzten Erinnerungsfoto wurde die olle Matte endlich entfernt.

Susan & Thomas
Susan & Thomas
Zur Feier des entbärteten Gesichts haben wir abends zwei portugiesische Inder hier besucht, Fausto und Mario, Freunde von meinem Vater. Zwei lustige und vielleicht ein bisschen komische Brüder um die Sechzig, trotz großer portugiesischer Villa und ordentlichem Schnauzbart bzw. angesehenem Beruf des Anwalts noch allein stehend. Den ersten Bruder haben wir schon auf der Straße getroffen, er wollte gerade Futter fürs Schwein holen. So ist das mit den spontanen Besuchen, aber zum Glück gibt's ja noch den anderen Bruder. Der hat uns dann reingelassen und vor den Fernseher gesetzt. Dann ist er erstmal im Nebenzimmer verschwunden, ein bisschen rum kramen. Das hatte aber nicht zu bedeuten, dass er keine Lust hat, sich mit uns zu unterhalten und er kam dann auch wieder, um uns die kaputte Fernbedienung zu zeigen. Auf den Tipp hin, dass sie wohl mal neue Batterien braucht ist er dann, ein Mann der Tat, gleich mal schnell los, Batterien kaufen. Konnten wir inzwischen noch ein paar indische Musikvideos ansehen. Ausserdem ist uns dann aufgefallen, dass die Fernbedienung gar keine Fern- sondern eine Videorekorderbedienung war. Das passende Gerät war aber nirgends zu sehen. Deswegen musste unser geschäftiger Gastgeber dann gleich nochmal los, andere Batterien für die richtige Fernbedienung kaufen. Damit ging sie dann auch und der Abend konnte mit ein paar Sätzen auf deutsch begonnen werden. Alles hab ich nicht so ganz verstanden, aber auch der Vater der Beiden war Anwalt gewesen und hatte in einem Fall mal deutsche Soldaten in Goa verteidigt. So ähnlich, aber in echt war die Geschichte natürlich viel spannender, es kamen auch sinkende Schiffe drin vor. Und dann gab es sogar noch ein deutsches Lied, gesungen und auf der Gitarre begleitet von Mario, Bruder Nummer Eins. Und das Lied, uns bisher erstaunlicherweise unbekannt, ging so: "Mein Name ist Peter. Ich bin aus Bonn. Bonn liegt am Rhein. Ich trinke viel Wein. Wir trinken viel Schnaps, Kaffee und Bier. Wir sind typisch deutsch. Ja so sind wir..." Dann gab es noch Paul aus Bern, Maria aus Berlin und ein paar Andere. Danach gab es noch die Marseillaise ("so wie euer Heil Hitler, nur für Frankreich") und ein portugiesisches Lied. Und nun nähert sich mein Lieblingsmoment des Abends. Das Schwein Thomas wurde uns vorgestellt. Da Thomas schließlich einen englischen Namen trägt, wollte Fausto ihm eigentlich auch Englisch beibringen. Aber leider wurde das Schwein jedes Mal sauer und so konnte es uns nur mit einem lauten Grunzen begrüßen. Also, Thomas ist das größte Schwein, das ich je gesehen habe. Vor unserer Veranda hier läuft ja auch immer eine Schweinefamilie rum, und eigentlich sind die Indienschweine braun gefleckt und klein. Aber das riesige Thomasschwein war rosa und fast so lang wie ich groß bin. Da diese Begegnung nicht mehr übertroffen werden konnte, sind wir dann auch gegangen, bis zur Straße begleitet von zahlreichen netten Danksagungen für unseren Besuch.

 
Immer Aerger mit der Technik Drucken
Geschrieben von Alex   
Freitag, 9. Dezember 2005
 
Panjim ist (fast) wie Portugal Drucken
Geschrieben von Alex   
Samstag, 10. Dezember 2005

Gasse in Panjim
Gasse in Panjim
Ausflug nach Panjim.  Das ist die Stadt, die uns neulich schon so gut gefallen hat. Wahrscheinlich der Hort der Sauberkeit in ganz Indien. Wir steuerten gleich mal wieder in die alten portugiesischen Viertel, schlenderten durch enge verwinkelte Gassen und staunten an jeder Ecke erneut ueber die huebschen bunten kleinen Haeuschen. Wir folgten so ziemlich jeder Treppe, die zwischen den Haeusern hoch auf den Huegel fuehrte. Dabei trafen wir zuerst auf "Rudolph the red-nosed reindeer". Aus einer Veranda der Park Lane Lodge schallte das Lied heraus. Bei gluehender Mittagshitze und mit dem Klang eines schoenen alten Grammophons. Wir konnten den Hoerer nicht sehen, uns aber gut einen alten protugiesischsprechenden Inder waehrend seiner Siesta dazu vorstellen. Und uns wurde mal wieder bewusst, dass ja nun bald Weihnachten ist. Das bekommen wir naemlich gar nicht so mit, obwohl in Calangute gerade das "Christmas Shopping Festival" eroeffnet hat. So eine Art Weihnachtsmarkt mit ein paar Karussells rundum. Unter anderem einem Riesenrad, das sich so schnell dreht, dass sichj die Gondeln aufgrund der Fliehkraft gefaehrlich weit nach aussen neigen.
Das Haus
Das Haus
Aber kurz wieder zurueck auf den Huegel. Etwas weiter oben fand Susan ein verlassenes, halb eingestuerztes Haeuschen. Das galt es natuerlich zu entdecken. Natuerlich haben wir darin zwischendurch mal fest aufgestampft, um alle hinterhaeltig ruhenden Schlangen zu vertreiben.
Haus II
Haus II
Der Nachmittag gehoerte dann der Suche nach einem faehigen Computerinder. Wir fanden auch einen sehr freundlichen Shopinhaber, der gleich seinen Ingenieur antanzen liess. Der bastelte am iBook umher - mein Gesicht wurde immer laenger. Das Oeffnen eines iBooks ist nun nicht gerade die einfachste Aufgabe der Welt. Bevor er jedoch etwas abbrechen konnte, gab er freiwillig auf und meinte, wir sollten einen speziellen Service aufsuchen. Nach ein paar Telefonaten praesentierte er uns eine Adresse.
Mac-Center
Mac-Center
Ein Apple Servicecenter mitten in Panjim. Und da er meinte, es waere zu weit zum Laufen (pah, wenn er wuesste!) und wir Taxifahrten weitgehend meiden war er sogar noch so nett und fuhr uns hin. Alles ohne Bezahlung. So kamen wir zu unserer ersten Motorradfahrt hier. Waehrend Susan auf dem Sozius eines Honda-Scooters Platz nahm, durfte ich auf eine sportliche Bajaj Pulsar aufsteigen. Hat Spass gemacht.

 
Ab jetzt wird mal allein geschneckt Drucken
Geschrieben von Alex   
Sonntag, 11. Dezember 2005

Trennungsschnecken
Trennungsschnecken
Jetzt haben wir sechs Wochen lang geuebt und werden es mal allein versuchen. Susan zieht es nach Norden - Puna ist ihr Ziel. Ich werde mich nach Suedosten begeben und Bangalore naeher unter die Lupe nehmen. Eine Woche soll es dauern, der Montag wird wohl langsam zu unserem Reisetag. Nachdem wir die eine Woche im Basislager fuer Waschtage, Rucksackreparaturen und Kurzausfluege genutzt haben, wird es nun wieder Zeit fuer eine groessere Tour. Daher haben wir uns heute Bustickets bei Paulo Travels gekauft. Ein Sleeper-Bus mit Doppelkabine - mal sehen, wie der aussieht.

Und ich mache mich auch auf die Suche nach einem billigen Notebook. Haetten wir keins, muessten wir im Laufe der Zeit wahrscheinlich die gleiche Summe in Internetcafes investieren. Fuer einen schoenen Apple wird es aber leider nicht reichen :-)

 
Angekommen in Computerindien Drucken
Geschrieben von Alex   
Dienstag, 13. Dezember 2005

Liebste Susan, werte Leser.

Nach gut 18 Stunden Busfahrt bin ich heute um 11:00 angekommen. Das Reisen in Indien ist ganz schoen anstrengend und kostet richtig Zeit, denn es sind ja eigentlich nur so knappe 500 - 600 km gewesen glaube ich. Aber wenn der Bus vor jedem Schlagloch runterbremsen und sich durch Umwegskringel (Susans Wort fuer Serpentinen) schlaengeln muss und auch noch mal locker zwei Stunden Verspaetung rausholt, dann kommt schon einiges zusammen.

Sleeper-Bus
Sleeper-Bus
Richtig schlafen konnte ich auch nicht, obwohl ich ja einen Sleeper-Bus hatte. Die erste Stunde hatte ich noch das ganze Bett fuer mich allein, dann stieg ein junger Inder dazu und belegte die Fensterseite unserer Kabine. Muss ich beim naechsten Mal darauf achten, denn an der Gangseite droht man die ganze Zeit aus dem Bett herauszufallen. Naja nicht ganz, weil es gibt da noch zwei Stangen, die einen wohl aufhalten sollen. Aber bei dem Geschaukel im Bus koennen die auch nicht so richtig viel bewirken. Eigentlich war der Bus sogar vier Busse in einem, denn das komplette Untergeschoss waren Schlafsitze, oben gab es die Liegen und in der Mitte des Busses noch eine Trennung in klimatisiert und nicht klimatisiert. Aber ohne Klimaanlage war es wahrscheinlich sogar angenehmer, sonst haette ich mich bestimmt erkaeltet.

Meine Schlaflosigkeit koennte natuerlich auch dadurch bedingt gewesen sein, dass die Busmotoren anscheinend direkt ausgemustertenPanzern entnommen und dann noch ein paar Hunderttausend Kilometer weiter genutzt werden. Vor allem am Berg roehrt dann so eine Kiste so laut, dass man sich gerne Kopfhoerer aufsetzt und den Krach ueberdeckt. Leider war der Player nicht voll geladen und die Akkus nach einer Stunde alle.

1. Zimmer
1. Zimmer
Aber letztendlich doch angekommen und nach einigen Anlaeufen auch ein Zimmer gefunden. Nicht unbedingt meiner Preisvorstellung entsprechend aber doch sehr schoen und sauber. Will aber trotzdem mal weitergucken, ob ich noch etwa anderes finde.

So, das war es erstmal fuer heute. Muss ja noch was schaffen, der Tag ist ja schon halb um.

 
Susan in Puna Drucken
Geschrieben von Susan   
Dienstag, 13. Dezember 2005

Hat zwar ein bisschen gedauert, aber ich bin gut hier angekommen- in Puna der Stadt der Bildung. Allerdings spricht hier kaum Jemand Englisch. Trotzdem hatte ich schon nach 10 Minuten eine neue Freundin. Wie bisher alle Inderinnen, die sich mir vorgestellt haben, heisst sie Sunita. Kennen gelernt haben wir uns in der idyllischen Umgebung der Busbahnhoftoilette, als Sunita mir ihren Kamm aufdraengen wollte. Ich glaube, sie hatte Mitleid, ich wirkte wohl gerade etwas orientierungslos, seit dem ploetzlichen Rauswurf aus dem Bus irgendwo auf den "Highway" gnadenlos von einem Rickschafahrer verfolgt, der mich trotz mehrfachen Fluechtens in Seitengassen immer wieder aufgespuert hat und ploetzlich schon wieder hupend neben mir herfuhr.

Und das alles fruehs halb 9, nach 13 Stunden ruettelnder Fahrt, umgeben von zu dieser morgendlichen Zeit froestelnden Indern in Wollmuetzen. Es gibt zwei Hauptvarianten, ein Modell, das in Europa heutzutage nur noch die Koepfe von Kindern besonders modeunbewusster Eltern waermt, aber zumindest im Osten sehr beliebt war. Zur gleichen Zeit Schal und Muetze, ist diese praktische Wollzierde einem Sack mit ausgeschnittenem Gesicht ueberm Kopf noch am Aehnlichsten. Sowas ist bei den indischen Maennern hier sehr angesagt. Die zweite Variante ist ein Tuch, dass oben auf dem Kopf zu einer Kugel geknotet wird und auch ganz schoen lustig aussieht.

Doch heute Nacht haette ich mir auch so eine Muetze gewuenscht, denn im undichten Sleeperbus hab ich ganz schoen gefroren. Besonders nachdem hinten einfach so eine Scheibe rausgefallen ist und die von der Scheibe beinah erschlagene Inderin (ihr ist aber nichts passiert) zu mir in mein 1 Meter breites Abteil gezogen ist, sofort drei Viertel des Platzes eingenommen hat und ich nun genau in die undichte Fensterritze gequetscht lag. Da ich so praktischerweise wie ein Zugluftstopper in ueberlanger Dackelform kalte Luft abgeblockt hab, begann meine neue Bettpartnerin bald friedlich zu schnarchen. Jetzt war an Schlaf noch weniger zu denken als waehrend der ersten Stunde Fahrt, als mein Nachbar, ein indischer Juengling mich permanent und voellig ungeniert durch das viereckige Fenster zwischen unseren Abteilen beobachtet hat. Ein Sleeperbus hat keine Sitze, sondern links und rechts eine Reihe Doppelstockbetten, die durch Waende voneinander getrennt sind. Und in jedes einzelne Bett passen zwei Kuschelinder, oder halt eine schnarchende Inderin und die Haelfte von mir.

Trotzdem war die Fahrt lustig, und ein kleines bisschen hab ich dann doch noch geschlafen.

Sunita jedenfalls hat mich gleich auf ihr Dorf eingeladen, aber misstrauisch wie ich bin, hab ich anfangs immer darauf gewartet, wann sie ihr Warenangebot aus dem Aermel zaubert. Sie war wohl wirklich einfach nur nett und so haben wir uns gegenseitig auf einen Tee am STrassenrand eingeladen. Dann wollte sie mit mir zum Shopping fahren, und auf einmal war sie weg und ich hab mich weiter auf die Suche nach dem richtigen Bus zum Bahnhof gemacht. Nicht so einfach, noch immer hab ich ihn nicht gefunden, doch er muss ganz in der Naehe sein. Dafuer habe ich ein Hotel gefunden, heute mal Luxus mit Fernseher, Warmwasserhahn (leider ohne warmes Wasser) und einem netten Portiersopa.

Ich werde mich auch gleich weiter auf die Suche begeben.

 
Puna - 2. Tag Drucken
Geschrieben von Susan   
Mittwoch, 14. Dezember 2005

Am naechsten Tag ging die Suche weiter. Den Bahnhof hatte ich letztendlich gefunden, jetzt brauchte ich ein billigeres Hotel. Fernsehluxus zwischen Wasserflecken ist nicht immer drin, denn allein ist ein Zimmer ja gleich doppelt so teuer, da man sich das Geld nicht teilen kann. Also hab ich mich um 8 Uhr per Telefon wecken lassen und mich erneut in Punas Grossstadtstrassen (jaja, das ist falsch geschrieben, aber die Tastatur hat kein EsZett) geworfen. Fruehstueck gab es keins, denn meine letzten zweihundert Rupies hatte ich gestern in ein Supersonderangebot im Internetcafe investiert. Nur 15 Notrupies (55 sind ein Euro) haben sich noch im hintersten Portemonnaiewinkel versteckt. Und weil ich um zwoelf Uhr aus dem Hotel raus sein musste, wollte ich zuerst mal schnell ein neues Zimmer nehmen, und dann eine Bank suchen.

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Punaabend Drucken
Geschrieben von Susan   
Mittwoch, 14. Dezember 2005

Den Rest des Tages hab ich mich erstmal ein bisschen ausgeruht und Waesche gewaschen. Doch abends bin ich nochmal los mit dem Plan, den Bhagwan Rajneesh-Ashram (umbenannt in Osho Commune International und anscheinend inzwischen nochmals umbenannt in Osho International Meditation Resort) und seinen tollen Garten zu suchen. Beim Suchen ist es auch geblieben, aber statt dem Garten hab ich zwei Israelis getroffen und somit ein besseres Hotel gefunden. Sie haben bei einem netten alten Inder gewohnt, der in einem normalen Wohnhaus ein paar Zimmer vermietet. Also hab ich auch gleich ein Zimmer fuer den naechsten Tag angezahlt und mich dann auf den langen Rueckweg gemacht. Er wurde noch etwas laenger als beabsichtigt, denn eine vermeintliche Abkuerzung stellte sich nach einer Weile als vollkommen falsche Richtung heraus. Dummerweise fiel mir das erst auf, nachdem ich ueber eine schaetzungsweise einen Kilometer lange Highwaybruecke gelaufen war. Also musste ich dieselbe bloede Bruecke wieder zurueck, fand aber diesmal auf halber Strecke eine staehlerne Wendeltreppe in die Tiefe, die mich dann in eine reiche Gegend, wenn schon nicht undbedingt auf den richtigen Weg, fuehrte. Irgendwann kam ich dann wieder an dem Punkt an, an dem ich mich fuer die Abkuerzung entschieden hatte und schlug diesmal den langweiligen altbekannten Weg ein. Ganz so langweilig war er allerdings doch nicht, denn inzwischen musste es schon (Indien geht eher frueh schlafen) nach 23 Uhr sein und ein langer Weg vorbei an einsamen (?) Parks lag vor mir. Auf dem Weg selbst lag auch ab und zu noch was - ganz in Decken gehuellte Menschen, die Tag fuer Tag auf der Strasse schlafen. Schon in Bombay musste man ja staendig aufpassen, nicht versehentlich ueber einen Schlafenden zu fallen, aber in Puna wird es nachts ganz schoen kuehl und die zum Teil in langen Reihen zwischen Lagerfeuern aufgereihten menschlichen Deckenberge am Strassenrand wirkten um Einiges trauriger als die friedlich schlafenden Bombayer Shopverkaeufer, denen vielleicht nur der Nachhauseweg zu weit war.

Letztendlich bin ich aber unbeschadet zu Hause angekommen. Wenn auch noch im Nachhinein zusaetzlich unruhig gemacht worden von dem indischen Maedchen, das mir extra bis ins Restaurant gefolgt ist, in dem ich noch eine Gutenachtcola trinken wollte. Many bad people around, naja. Bin ich ja grad nochmal entkommen.

 
Moloch Bangalore Drucken
Geschrieben von Alex   
Mittwoch, 14. Dezember 2005
Ich bin umgezogen. Von meinem 390-Rupies-Zimmer mit nahezu westlichem Standard (und vormittags sogar warmen Wasser) in einen 220-Rupies Non Attached Room in der Royal Lodge. Non Attached bedeutet ohne Bad und WC, diese befinden sich eine Etage ueber mir auf dem Dach. Aber das Zimmer ist ganz in Ordnung, es lagen sogar Handtuecher und zwei kleine Seifenpackungen auf den Betten.

(hier geht es nach einem Klick auf "weiter" wirklich weiter)

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Weiter in Puna Drucken
Geschrieben von Susan   
Donnerstag, 15. Dezember 2005

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Dieser Tag sollte ein entspannter werden. Der Schluessel fuers Zimmer fuer die Nacht lag schon in meiner Tasche bereit, ein grosser Stapel Geldscheine in meinem Rucksack. Bevor ich mich in den noerdlichen, besseren Teil von Puna, Koregan Park begeben wuerde, wollte ich mal endlich ein bisschen Sightseeing betreiben und mir die Altstadt inklusive Markt angucken. Also zum Busbahnhof, dort zehn Leute fragen, welcher Bus zum Markt faehrt, acht davon erklaeren, dass ich wirklich mit dem Bus, nicht mit der Rickscha fahren will, fuenfzehn Rickschafahrer abwimmeln, und schliesslich aus einer Traube eifrig ueber den richtigen Bus diskutierender Inder gerettet und zur naechsten Bushaltestelle gefuehrt werden. Dann noch schnell zum Bus rennen, aufspringen und ein weiteres Mal war die schwere Aufgabe, den richtigen Bus zu finden, geloest. In den indischen Bussen bisher gab es immer mindestens zwei "Ladie's only"-Sitze, auf denen natuerlich fast immer Maenner sitzen. Doch hier gab es im gesamten Bus eine vom Schaffner streng ueberwachte Geschlechtertrennung. Linke Reihe Ladies, rechts "Gents" (andere Bezeichnungen fuer Maenner, mit denen auch Alex schon respektvoll angesprochen wurde, sind Boss, Sahib, Baba und natuerlich Sir).

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Ein Zugticket, der Palast und die Parkbegegnung Drucken
Geschrieben von Alex   
Freitag, 16. Dezember 2005

Busbahnhof
Busbahnhof
Morgen Abend geht es weiter nach Hampi. Ich habe ein Zugticket. Aber ewig lange hat es wieder gedauert. Man muss erst ein Formular mit der Zugnummer, Name, Alter, Geschlecht usw. ausfuellen und sich dann in die Schlange (fuer Auslaender und Rentner) einreihen. Dummerweise war an meinem Schalter gerade Schichtwechsel. Da wurde erstmal ein Closed-Schild aufgestellt, eine Angestellte zaehlte das Geld in der Kasse, danach die andere und nebenbei wurde ein kleiner Schwatz gehalten. Damit die Rentner sich ordentlich die Beine in den Bauch stehen. Spaeter war ich dann an der Reihe und wurde angebruellt, dass 2. Klasse Sleeper ausgebucht waere. Bis Montag schon. Ich koennte aber auf die Warteliste. Im Endeffekt nahm ich dann 3. Klasse mit Air Condition. Haha, Holzsitze aber Klima, damit man auch ordentlich friert, waehrend einem die Knochen weh tun. Aber egal. Meine 594 km auf dem Ticket kosten jetzt 565 Rupies.

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Zum Bull-Tempel und der Aufbruch nach Hampi Drucken
Geschrieben von Alex   
Samstag, 17. Dezember 2005

Bull Temple
Bull Temple
Noch ein Sightseeing-Tag in Bangalore. Heute machte ich mich auf den Weg zum Bull-Tempel - eine der wenigen kulturellen Sehenswuerdigkeiten, die Bangalore zu bieten hat. Der beste Reisefuehrer fuer die Stadt war eigentlich das in den Hotelzimmern ausliegende Telefonbuch, denn darin enthalten waren farbige Abbildungen der Ziele, so dass ich mir aussuchen konnte, was ich gerne sehen wollte. Es scheint wirklich einen Mangel zu geben, denn einige der Empfehlungen waren gute 300 Kilometer entfernt. Zu weit fuer eine Fahrt mit dem Stadtbus.

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Puna - letzter Tag Drucken
Geschrieben von Susan   
Samstag, 17. Dezember 2005

Shivajunge
Shivajunge
Auch heute bin ich frueh aufgestanden, denn ich hatte ein Ticket fuer die 9 Uhr 15 Besichtigungstour in Punas Bhagwan Rajneesh-Ashram, inzwischen International Osho Meditation Resort genannt. Ja, das war der mit den 50 Rolls Royce, obwohl er keinen Fuehrerschein besass. Das Ticket hatte ich von den beiden Israelis, die eigentlich hingehen wollten, aber dann doch ueberstuerzt aus Puna abgereist sind, weil es ihnen gereicht hat. Also bin ich frueh los, hab die Horden von dunkelrot gewandeten Europaeern (daran erkennt man die wahren Oshoinsider, denn innerhalb des Ashrams duerfen nur zwei Farben getragen werden - "maroon" tagsueber und fuer abendliche Aktivitaeten weiss) verfolgt und bin auch fast puenktlich angekommen. Ich bekam ein grosses Schild "Tour" zum Anknipsen und wurde in einen Fernsehraum gefuehrt. Die Israelis hatten ja erzaehlt, dass die Nachmittagstour gestern schon voll gewesen waer und ich das zweite Ticket bestimmt noch teuer weiterverkaufen koennte. Doch grad mal die Haelfte der vielleicht dreissig Plastestuehle war besetzt. Erstaunlicherweise vor allem mit skeptisch guckenden Indern. Anscheinend wuerde die Tour also mit einem Video beginnen. Inzwischen lief schonmal Meditationsmusik, um die unruhigen Besucher in die richtige Stimmung zu bringen. Eine Frau schlief schon, doch schliesslich kamen zwei Maenner in roten Roben und begannen die Vorstellung. Der Fernseher wurde angeschaltet. Bombay in Zeitlupe, dazu eine unheimliche, einschlaefernde Maennerstimme die erstmal den Anfahrtsweg zum Osho Zentrum beschrieb. Noch ein paar Lobpreisungen ueber Indien, dann ein paar begeisterte Weisse, die erzaehlten, wie Osho ihr Leben veraendert hat. Mein Favorit war ein Ralf Bauer-Double, der alle Vorteile eines Oshoaufenthaltes aufzaehlte. Als erstes das wunderbare Bioessen, dann natuerlich die grossartigen Meditationskurse und dann, hmm, hier musste Ralf eine ganze Weile ueberlegen- ach ja, tolle Leute gibt es auch! Als Naechstes ein paar eindrucksvolle Bilder der Anlage und wieder die unheimliche Stimme, die weitere Vorzuege aufzaehlte: Zimmer mit Klimaanlage, Indiens modernste Kueche, Sauna, Fitnesscenter, Swimming Pool, Bauchtanz und sogar eine Disko! So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt, es hat sogar schon Breakdancekurse und Rockkonzerte gegeben, wo war denn die Erleuchtung versteckt? Immerhin wurde versprochen "Life will be like a festival".

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Noch Zeit, bis der Bus faehrt Drucken
Geschrieben von Susan   
Samstag, 17. Dezember 2005

Das wurde ja dann meine Tagesaufgabe, doch letztendlich hab ich doch noch einen Platz in einem Bus bekommen, der nicht in letzter Sekunde ausfiel oder schon voll war. Natuerlich nicht bis Hampi, aber immerhin bis Bijapur auf halber Strecke.

Fotofreund
Fotofreund
Bis zur Abfahrt nachts um halb eins hatte ich noch 7 Stunden Zeit. Zuerst musste ich mal mein Gepaeck aus dem Zimmer holen, check out time war bestimmt schon lange ueberschritten. Kurz vor meinem rettenden ex-Zuhause kam dann ein wuester aber netter Typ zu mir und erzaehlte mir, dass er im Park nebenan wohnt, ganz allein ist und noch vieles mehr, was ich aber nicht verstanden hab. Weil ich so begeistert von seinem gruseligen Aussehen war hab ich gefragt, ob ich ein Foto von ihm machen kann. Die Inder taeuschen da keine falsche Schuechternheit vor, fotografiert zu werden ist fuer sie ein grosser Spass. (...)

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If the skin is white, it is love at first sight Drucken
Geschrieben von Susan   
Samstag, 17. Dezember 2005

Endlich kann ich meinen indischen Lieblingsspruch anbringen (hab ich aus dem Holy Cow-Buch).

Trotz Kino war ich eine Stunde zu frueh am Busbahnhof, und waehrend der muss ich auch meine Waschtasche verloren haben. Ausserdem wollte ich an einem Stand meine Nachtration Kekse und ein Wasser kaufen. Wasser gabs nicht, dafuer Kekse und einen Juengling gratis. Der begleitete mich sicher ueber die grosse Kreuzung zum naechsten Kiosk und zurueck. Dann hats mir gereicht und ich bin einfach allein abgebogen, die zunehmend verzweifelten Susiiiiieeeeeeee stop- Rufe ueberhoerend bis ploetzlich ein markerschuetterndes Susiiiieeeeeeeeee pleeeeeaaaaassse I looooove you!!!!! ueber den ganzen Busbahnhof schallte und ich mich schnell im Bushaeuschen verstecken musste.

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Angekommen in Hospet Drucken
Geschrieben von Alex   
Sonntag, 18. Dezember 2005

Ankunft 20:09
Ankunft 20:09
Kurz nach 8 bin ich in Hospet angekommen. Wollte zum Internetcafe und gucken, ob ich eine Mail von Susan habe. Aber Internet scheint hier duenn gesaet und am Sonntag noch schwieriger zu sein. Bin dann erstmal kurz Fruehstuecken und habe mich vor das Reliance WebWorld gesetzt. Es wurde dann aber klar, dass die den Sonntag als arbeitsfreien Tag betrachten. Jetzt habe ich aber doch noch ein Cafe gefunden, nachdem ich die halbe Zeit von Rikschafahrern und einem kleinen Jungen, dessen englischer Wortschatz sich auf Sir und Ten Rupees beschraenkte, verfolgt wurde.

Susu, falls du hier rein guckst und auch eins suchen solltest (obwohl, wenn du das hier liest, dann bist du ja online, aber vielleicht noch ganz woanders), in der MG Road (Station Road) vom Bahnhof aus ca. 300 Meter vor dem Busbahnhof links gibt es eine kleine Airtel-Niederlassung mit iway-Internet, auch heute geoeffnet. 35 Rupies die Stunde und ordentlich schnell.

Bis spaeter!

Nachtrag 12:40 Uhr:

Das Reliance hatte dann doch noch aufgemacht. Habe ich noch auf dem Rueckweg gesehen.

Hospet
Bus nach Hampi kostet 8, Rikschas wollen 80, der Weg vom Bahnhof zum Busbahnhof ist ca. 10-15 Minuten zu Fuss. Du wirst total von Leuten umringt. Hauptsaechlich Rikschafahrer und Leute, die dich zuquatschen. Einige aber ganz nett. Pass trotzdem auf dich auf!

Freu dich auf tolle Landschaft. Du wirst im Bus zwar massiv durchgeruettelt, aber die ganzen rumliegenden riesigen Steinhaufen mit Tempeln drauf ab und zu sind echt was fuers Auge. Und mir sind hier schon Affen vor den Fuessen umhergesprungen.

Hampi
Also. Du kommst am Busbahnhof an und gehst runter zum Tor in die Stadt (100 m). Dann gehst du auf den grossen Tempel am Ende der Strasse zu (links). Nicht zu verfehlen. Ca. 100 m vor dem Tempel kommt rechts eine Tourist Information. Blaues Schild, blaue Fenster. Direkt davor musst du rechts in die Strasse einbiegen, zwischen der TI und dem Bhavani Hotel (gelbe Bande oben). Gehe geradeaus, vorbei an den Laxmi Stores & Guest House (linker Hand). Kurz rechts halten, aber nur gleich wieder links abbiegen nach drei Metern (in deinem Ruecken muesste nun in roter Schrift Bhavani GH stehen). Weiter die Strasse lang siehst du oben rechts Vishwa GH. Direkt davor sitze ich gerade am Rechner im Vikky GH. Da wieder kurz rechts links und du siehst einen weissen quadratischen Schrein mit Tuer. Daran unter dem Netra GH-Transparent hindurch vorbei und du siehst ein gelbes Transparent Ashok Restaurant. Da wohnen wir in einem schoenen hellen Zimmer mit Moskitonetz. Das letzte der nur drei Zimmer wenn du vor dem Eingang stehst. Wir haben einen netten Wirt, der gut Englisch spricht und mit dem ich mich schon eine Weile unterhalten habe.
Der gesamte Weg von der Tourist Information ist ca. 200 m.

Schoen. Freu mich. Bis nachher.

 
Ruinen, Affen, Elefanten Drucken
Geschrieben von Alex   
Donnerstag, 22. Dezember 2005

Hampi
Hampi
Wir sind umgeben von Ruinen. In Hampi. Auf 26 Quadratkilometern, die einstmals die Hauptstadt des Vijayanagar Reiches bildeten. Sehr viel ist nicht mehr davon uebrig, aber es sieht auf jeden Fall sehr schoen aus. Wir wohnen am Hampi Bazaar, einer langen Strasse quer durch den Ort, die von alten Saeulengaengen eingefasst ist. Das Herz der Stadt ist der Tempel am westlichen Ende der Strasse mit seinen beiden gopura-Tuermen. Der eine davon ist 52 Meter hoch und weithin sichtbar. Aber Tempel gibt es hier in der Umgebung unzaehlige und wir haben auch schon einen gefunden, der uns viel besser gefaellt. Mit seinen bunten Statuen auf dem Dach sieht der naemlich aus wie ein ueberdimensionales Puppentheater. So etwas aehnliches gibt es hier noch einmal, allerdings mit einem Zaun abgesperrt. Wir dachten, es waere auch ein Tempel. Aber Ashok, unser freundlicher Wirt, klaerte uns auf. Es handelt sich dabei um einen Friedhof. (So heisst es, wenn man seine Erklaerung direkt aus dem Englischen uebersetzt. Man koennte vielleicht besser sagen, es handelt sich um ein Mausoleum oder eine Gruft oder so). Jedenfalls hat ein reicher Inder fuer seine Frau und sich eine Grabstaette bauen lassen, die sie dann spaeter mal beziehen werden.

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Der heilige Pannenbus Drucken
Geschrieben von Alex   
Samstag, 24. Dezember 2005

Wie im Gaestebuch bereits angekuendigt liessen wir uns auch von heiligen Abenden nicht abhalten und machten uns auf den Weg nach Bijapur. Mit einiger Verspaetung, denn unsere Nachmieter in Ashoks Guest House waren ein junges hollaendisch-belgisches Paar und ein Russe. Mit denen haben wir den halben Tag ueber noch erzaehlt. War lustig, das Paerchen war naemlich auch in Gokarna gewesen und so konnten wir unsere Erlebnisse abgleichen. An den Paradise Beach dort hat es sie allerdings nicht verschlagen, die dort hausende Gemeinschaft waere ihnen doch zu "over the top" gewesen. "Oh, welcome, you found THE BEACH. Let's take off your clothes and swim naked." Naja, so schlimm waren die Leute ja gar nicht, obwohl auch wir dort automatisch Assoziationen zum Film hatten.

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Weihnachten in Bijapur Drucken
Geschrieben von Alex   
Sonntag, 25. Dezember 2005

Susan umringt
Susan umringt
Wir sind umgezogen. Zum ersten Mal sind wir in ein teureres Zimmer gezogen. Aber es ist Weihnachten, wir goennen uns etwas (wenn die Differenz auch nur 60 Rupies betraegt), Zimmer und Bad sind groesser und das neue Hotel ist auch nicht ganz so laut wie das vorherige. Sehr verlockend war auch das Executive Deluxe Zimmer mit Badewanne (die erste gesehene nach knapp zwei Monaten), das wir uns heute in noch einem anderen Hotel angeguckt haben. Aber 260 Rupies haben dann doch den Vorzug gegenueber 1200 bekommen. Das Geld muss ja noch eine Weile reichen.

Golgum-Baz
Golgum-Baz
Und wir sind ein bisschen dem Fernseher verfallen. Naja, Weihnachten, auf HBO und Star Movies ueberschlagen sich die Filme und man kann ja auch sagen, es ist gut fuer das Englisch. Ansonsten ist Bijapur eine Stadt, die durch ihre moslemischen Bauten gepraegt wird. Am eindrucksvollsten ist das Golgum-Baz, eine Grabstaette aehnlich dem Taj Mahal in Agra. Etwas klotzig und nicht besonders toll verziert, aber auf jeden Fall gross. Ueber irgendeine Zahlenspielerei (umbauter Raum oder so) bekommen die Inder es auch hin, die Kuppel als die groesste der Welt zu bezeichnen und so den laestigen Vergleich zum Petersdom zu umgehen, dessen Kuppel 5 Meter mehr Durchmesser zu bieten hat. Eintritt fuer Inder 5 Rupies, fuer Auslaender 100. OK, dafuer gibt es auch Zutritt zu dem schoenen Park ringsum. Und das Gekreische zur Probe der Akustik in der "whispering gallery" ist auch umsonst.

 
Essen in Bijapur Drucken
Geschrieben von Susan   
Sonntag, 25. Dezember 2005

Vom nicht vorhandenen Weihnachtsessen hat Alex ja schon geschrieben, aber das Festessen, das es dann einen Tag spaeter gab, hat er vergessen. Oder verdraengt.. Nee war nicht so toll. Da es dieses Jahr irgendwie nur halb Weihnachten war, eher sogar nur ein Viertel - so ohne Geschenke, Plaetzchen, Familie und Schnee - haben wir beschlossen, dass es dafuer ein paar Tage laenger andauert. Also haben wir uns auch am 25. ein Fernsehzimmer gegoennt (das Weihnachtszimmer hatte zuviel Strassenatmosphaere - das glaslose Fenster fuehrte direkt in den Gang, in dem laut rufende Inder die ganze Nacht lang Motorraeder geparkt und gestartet haben). Und uns dann ein zweites Mal auf die Suche nach einem standesgemaessen Feiertagsdinner gemacht. In unserem Reisefuehrer stand das von uns gewaehlte Restaurant unter denen, die man besser meiden sollte aber wir nahmen das Risiko an denn Finger Chips (Pommes Frites) standen auf der Speisekarte. Und viele andere Sachen, die wir schon bei unserem Mittagsbesuch entdeckt hatten, nur noch nicht bestellen durften denn freie Wahl gibt's erst ab 19 Uhr.

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Auf die harte Tour Drucken
Geschrieben von Alex   
Mittwoch, 28. Dezember 2005

Schneckenbusse
Schneckenbusse
Wir haben uns wieder auf den Weg nach Goa gemacht. Aber diesmal war es eine wirklich harte Tour. Wir nahmen den staatlichen Bus nach Panjim, der gestern Abend um 21:00 Bijapur verlassen und neun Stunden brauchen sollte. Aus unserem Hotel mussten wir schon um 17:00 auschecken, hatten also noch eine Menge Zeit zu vertreiben. Eigentlich wollten wir ins Kino gehen, aber zu Beginn der 6-Uhr-Vorstellung sassen wir noch beim Essen. Na mit einer guten halben Stunde Verspaetung ist der Bus dann auch abgefahren. Auch er wurde voll, aber wir haben unser neues System ausprobiert. Susan draengelt sich ohne Gepaeck gleich in den Einstieg und verteidigt die ergatterten Plaetze, waehrend ich mich mit dem gesamten Gepaeck hinterherwuehle. Hat auch ganz gut geklappt, es gab nur ein bisschen Gezeter von zwei Typen, die sich gleich neben Susan setzen wollten. Und dann kam die Polizei in den Bus. Zwei Polizisten mit ihren Schlagstoecken aus Bambus, die hier als Standardwaffe eingesetzt werden. Security? Nee, es muss sich wohl um einen Gefangenentransport gehandelt haben, denn sie fuehrten einen Zivilisten mit, der sich hinsetzen musste, waehrend ein Polizist die ganze Zeit neben ihm stand. Und der wurde auch richtig hart rangenommen, nach einiger Zeit gab es erstmal ein paar Backpfeifen und einen festen Abfuehrgriff in die Haare, obwohl er keine fuer uns ersichtliche Fehlhandlung begangen hatte. An der ersten Station stiegen sie dann aus, sicher war die Polizeiwache ihr Ziel.

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Silvester in Arambol Drucken
Geschrieben von Alex   
Samstag, 31. Dezember 2005

Privatquartier
Privatquartier
Der Text ist noch nicht fertig. Aber wir koennen ja verraten, dass wir momentan bei einer Familie wohnen, die mal eben ein Zimmer fuer uns freigeraeumt haben. Und Puris (kleine in Oel gebackene Brote) haben wir auch schon von ihnen bekommen.

 
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